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=== § 15 Potenzialanalyse und Kooperationsplan ===
(1)[[law:sgb_2:15#abs_1_1|1]] Die Agentur für Arbeit soll unverzüglich zusammen mit jeder
erwerbsfähigen leistungsberechtigten Person die für die Eingliederung
in Ausbildung oder Arbeit erforderlichen persönlichen Merkmale, die
beruflichen Fähigkeiten und die Eignung feststellen; diese
Feststellungen erstrecken sich auch auf die individuellen Stärken
sowie darauf, ob und durch welche Umstände die berufliche
Eingliederung voraussichtlich erschwert sein wird (Potenzialanalyse).
[[law:sgb_2:15#abs_1_2|2]]Tatsachen, über die die Agentur für Arbeit nach § 9a Satz 2 Nummer 2
des Dritten Buches unterrichtet wird, müssen nicht erneut festgestellt
werden, es sei denn, es liegen Anhaltspunkte dafür vor, dass sich
Umstände, die für die Eingliederung maßgebend sind, verändert haben.
(2)[[law:sgb_2:15#abs_2_1|1]] Die Agentur für Arbeit soll im Einvernehmen mit dem kommunalen
Träger unverzüglich nach der Potenzialanalyse mit jeder erwerbsfähigen
leistungsberechtigten Person unter Berücksichtigung der Feststellungen
nach Absatz 1 gemeinsam einen Kooperationsplan erstellen. [[law:sgb_2:15#abs_2_2|2]]Der
Kooperationsplan enthält unter Berücksichtigung der §§ 3 und 3a ein
persönliches Angebot der Beratung, Unterstützung oder Vermittlung. [[law:sgb_2:15#abs_2_3|3]]Er
hält das Eingliederungsziel und die wesentlichen Schritte zur
Eingliederung fest. [[law:sgb_2:15#abs_2_4|4]]Insbesondere soll im Kooperationsplan festgelegt
werden,
1. in welche Ausbildungen, Tätigkeiten oder Tätigkeitsbereiche die
erwerbsfähige leistungsberechtigte Person vermittelt werden soll,
2. welche für eine erfolgreiche Überwindung der Hilfebedürftigkeit, vor
allem durch Eingliederung in Ausbildung oder Arbeit, erforderlichen
Eigenbemühungen die erwerbsfähige leistungsberechtigte Person
mindestens zu unternehmen und nachzuweisen hat,
3. welche Leistungen zur Eingliederung in Ausbildung oder Arbeit nach
diesem Abschnitt für die erwerbsfähige leistungsberechtigte Person in
Betracht kommen,
4. dass eine Teilnahme der erwerbsfähigen leistungsberechtigten Person an
einem Integrationskurs nach § 43 des Aufenthaltsgesetzes oder an einer
Maßnahme der berufsbezogenen Deutschsprachförderung nach § 45a des
Aufenthaltsgesetzes vorgesehen ist,
5. ob und wie Leistungen anderer Leistungsträger in den
Eingliederungsprozess einbezogen werden und
6. dass im Falle eines Bedarfs an Leistungen gemäß § 5 des Neunten Buches
auf eine entsprechende Antragstellung hingewirkt wird.
[[law:sgb_2:15#abs_2_5|5]]Die besonderen Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen und
schwerbehinderten Menschen sollen angemessen berücksichtigt werden. [[law:sgb_2:15#abs_2_6|6]]Im
Kooperationsplan kann auch festgehalten werden,
1. welche Maßnahmen und Leistungen der aktiven Arbeitsförderung im
Hinblick auf mögliche gesundheitliche Beeinträchtigungen, die einer
Integration in den Arbeitsmarkt entgegenstehen, in Betracht kommen und
welche anderen Leistungsträger im Hinblick auf diese
Beeinträchtigungen voraussichtlich zu beteiligen sind und
2. welche Leistungen nach diesem Abschnitt für Personen in Betracht
kommen, die mit der oder dem erwerbsfähigen Leistungsberechtigten in
einer Bedarfsgemeinschaft leben, um Hemmnisse der erwerbsfähigen
leistungsberechtigten Person zu beseitigen oder zu verringern; diese
Personen sind hierbei zu beteiligen.
(3)[[law:sgb_2:15#abs_3_1|1]] Die erwerbsfähige leistungsberechtigte Person erhält den
Kooperationsplan in Textform. [[law:sgb_2:15#abs_3_2|2]]Der Kooperationsplan soll spätestens
nach Ablauf von jeweils sechs Monaten gemeinsam aktualisiert und
fortgeschrieben werden.
(4)[[law:sgb_2:15#abs_4_1|1]] Das erste Gespräch zur Erstellung der Potenzialanalyse und des
Kooperationsplans findet persönlich im Jobcenter statt. [[law:sgb_2:15#abs_4_2|2]]Hiervon kann
nur in begründeten Ausnahmefällen abgewichen werden.