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=== § 137h Bewertung neuer Untersuchungs- und Behandlungsmethoden mit Medizinprodukten hoher Risikoklasse ===
(1)[[law:sgb_5:137h#abs_1_1|1]] Wird hinsichtlich einer neuen Untersuchungs- oder
Behandlungsmethode, die nicht allein maßgeblich auf der Gabe eines
Arzneimittels beruht, erstmalig eine Anfrage nach § 6 Absatz 2 Satz 3
des Krankenhausentgeltgesetzes oder nach § 6 Absatz 4 Satz 2 der
Bundespflegesatzverordnung gestellt, hat das anfragende Krankenhaus
dem Gemeinsamen Bundesausschuss zugleich Informationen über den Stand
der wissenschaftlichen Erkenntnisse zu dieser Methode zu übermitteln.
[[law:sgb_5:137h#abs_1_2|2]]Sofern die technische Anwendung der Methode maßgeblich auf dem Einsatz
eines Medizinprodukts beruht, hat die Informationsübermittlung im
Einvernehmen mit dem Hersteller des Medizinprodukts zu erfolgen; die
zu übermittelnden Informationen umfassen insbesondere auch die Daten
zum klinischen Nutzen des Medizinprodukts und vollständige Daten zu
durchgeführten klinischen Studien mit dem Medizinprodukt. [[law:sgb_5:137h#abs_1_3|3]]Nur wenn die
Methode ein neues theoretisch-wissenschaftliches Konzept aufweist,
erfolgt eine Bewertung nach Satz 5. [[law:sgb_5:137h#abs_1_4|4]]Vor der Bewertung gibt der
Gemeinsame Bundesausschuss innerhalb von zwei Wochen nach Eingang der
Informationen im Wege einer öffentlichen Bekanntmachung im Internet
allen Krankenhäusern, die eine Erbringung der neuen Untersuchungs-
oder Behandlungsmethode vorsehen, sowie weiteren betroffenen
Medizinprodukteherstellern in der Regel einen Monat Gelegenheit,
weitere Informationen im Sinne von Satz 1 an ihn zu übermitteln. [[law:sgb_5:137h#abs_1_5|5]]Der
Gemeinsame Bundesausschuss nimmt auf Grundlage der übermittelten
Informationen innerhalb von drei Monaten eine Bewertung vor, ob
1. der Nutzen der Methode als hinreichend belegt anzusehen ist,
2. der Nutzen der Methode zwar als noch nicht hinreichend belegt
anzusehen ist, aber die Methode das Potential einer erforderlichen
Behandlungsalternative bietet, oder
3. die Methode kein Potential für eine erforderliche
Behandlungsalternative bietet, insbesondere weil sie als schädlich
oder unwirksam anzusehen ist.
[[law:sgb_5:137h#abs_1_6|6]]Für den Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses nach Satz 5 gilt §
94 Absatz 2 Satz 1 entsprechend. [[law:sgb_5:137h#abs_1_7|7]]Das Nähere zum Verfahren ist erstmals
bis zum 31. [[law:sgb_5:137h#abs_1_8|8]]Oktober 2026 in der Verfahrensordnung zu regeln. [[law:sgb_5:137h#abs_1_9|9]]Satz 1
ist erst ab dem Zeitpunkt des Inkrafttretens der Verfahrensordnung
anzuwenden.
(2)[[law:sgb_5:137h#abs_2_1|1]] Eine Methode weist ein neues theoretisch-wissenschaftliches
Konzept im Sinne von Absatz 1 Satz 3 auf, wenn sich ihr Wirkprinzip
oder ihr Anwendungsgebiet von anderen, in der stationären Versorgung
bereits eingeführten systematischen Herangehensweisen wesentlich
unterscheidet. [[law:sgb_5:137h#abs_2_2|2]]Nähere Kriterien zur Bestimmung der in Satz 1 genannten
Voraussetzungen regelt das Bundesministerium für Gesundheit im
Benehmen mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung durch
Rechtsverordnung ohne Zustimmung des Bundesrates.
(3)[[law:sgb_5:137h#abs_3_1|1]] Für eine Methode nach Absatz 1 Satz 5 Nummer 1 prüft der
Gemeinsame Bundesausschuss, ob Anforderungen an die Qualität der
Leistungserbringung nach den §§ 136 bis 136b zu regeln sind. [[law:sgb_5:137h#abs_3_2|2]]Wenn die
Methode mit pauschalierten Pflegesätzen nach § 17 Absatz 1a des
Krankenhausfinanzierungsgesetzes noch nicht sachgerecht vergütet
werden kann und eine Vereinbarung nach § 6 Absatz 2 Satz 1 des
Krankenhausentgeltgesetzes oder nach § 6 Absatz 4 Satz 1 der
Bundespflegesatzverordnung nicht innerhalb von drei Monaten nach dem
Beschluss nach Absatz 1 Satz 4 zustande kommt, ist ihr Inhalt durch
die Schiedsstelle nach § 13 des Krankenhausentgeltgesetzes oder nach §
13 der Bundespflegesatzverordnung festzulegen. [[law:sgb_5:137h#abs_3_3|3]]Der Anspruch auf die
vereinbarte oder durch die Schiedsstelle festgelegte Vergütung gilt
für Behandlungsfälle, die ab dem Zeitpunkt der Anfrage nach § 6 Absatz
2 Satz 3 des Krankenhausentgeltgesetzes oder nach § 6 Absatz 4 Satz 2
der Bundespflegesatzverordnung in das Krankenhaus aufgenommen worden
sind. [[law:sgb_5:137h#abs_3_4|4]]Für die Abwicklung des Vergütungsanspruchs, der zwischen dem
Zeitpunkt nach Satz 3 und der Abrechnung der vereinbarten oder durch
die Schiedsstelle festgelegten Vergütung entstanden ist, ermitteln die
Vertragsparteien nach § 11 des Krankenhausentgeltgesetzes oder nach §
11 der Bundespflegesatzverordnung die Differenz zwischen der
vereinbarten oder durch die Schiedsstelle festgelegten Vergütung und
der für die Behandlungsfälle bereits gezahlten Vergütung; für die
ermittelte Differenz ist § 15 Absatz 3 des Krankenhausentgeltgesetzes
oder § 15 Absatz 2 der Bundespflegesatzverordnung entsprechend
anzuwenden.
(4)[[law:sgb_5:137h#abs_4_1|1]] Für eine Methode nach Absatz 1 Satz 5 Nummer 2 beschließt der
Gemeinsame Bundesausschuss innerhalb von drei Monaten nach dem
Beschluss nach Absatz 1 Satz 5 erforderliche Anforderungen an die
Qualität der Leistungserbringung nach den §§ 136 bis 136b und
entscheidet innerhalb von sechs Monaten nach dem Beschluss nach Absatz
1 Satz 5 über eine Richtlinie zur Erprobung nach § 137e. [[law:sgb_5:137h#abs_4_2|2]]Wenn die
Methode mit pauschalierten Pflegesätzen nach § 17 Absatz 1a des
Krankenhausfinanzierungsgesetzes noch nicht sachgerecht vergütet
werden kann und eine Vereinbarung nach § 6 Absatz 2 Satz 1 des
Krankenhausentgeltgesetzes oder nach § 6 Absatz 4 Satz 1 der
Bundespflegesatzverordnung nicht innerhalb von drei Monaten nach dem
Beschluss nach Absatz 1 Satz 5 zustande kommt, ist ihr Inhalt durch
die Schiedsstelle nach § 13 des Krankenhausentgeltgesetzes oder nach §
13 der Bundespflegesatzverordnung festzulegen. [[law:sgb_5:137h#abs_4_3|3]]Der Anspruch auf die
vereinbarte oder durch die Schiedsstelle festgelegte Vergütung gilt
für die Behandlungsfälle, die ab dem Zeitpunkt der Anfrage nach § 6
Absatz 2 Satz 3 des Krankenhausentgeltgesetzes oder nach § 6 Absatz 4
Satz 2 der Bundespflegesatzverordnung in das Krankenhaus aufgenommen
worden sind. [[law:sgb_5:137h#abs_4_4|4]]Für die Abwicklung des Vergütungsanspruchs, der zwischen
dem Zeitpunkt nach Satz 3 und der Abrechnung der vereinbarten oder
durch die Schiedsstelle festgelegten Vergütung entstanden ist,
ermitteln die Vertragsparteien nach § 11 des
Krankenhausentgeltgesetzes oder nach § 11 der
Bundespflegesatzverordnung die Differenz zwischen der vereinbarten
oder durch die Schiedsstelle festgelegten Vergütung und der für die
Behandlungsfälle bereits gezahlten Vergütung; für die ermittelte
Differenz ist § 15 Absatz 3 des Krankenhausentgeltgesetzes oder § 15
Absatz 2 der Bundespflegesatzverordnung entsprechend anzuwenden. [[law:sgb_5:137h#abs_4_5|5]]Ein
Entgelt nach § 6 Absatz 2 Satz 1 des Krankenhausentgeltgesetzes oder
nach § 6 Absatz 4 Satz 1 der Bundespflegesatzverordnung darf für eine
neue Methode, für die der Gemeinsame Bundesausschuss das Vorliegen des
Potentials einer erforderlichen Behandlungsalternative nach Absatz 1
Satz 5 Nummer 2 festgestellt hat, nur vereinbart werden für
1. [[law:sgb_5:137h#abs_4_6|6]]Hochschulkliniken und
2. weitere Krankenhäuser, die die nach Satz 1 zu beschließenden
Anforderungen an die Qualität der Leistungserbringung erfüllen.
[[law:sgb_5:137h#abs_4_7|7]]Der Gemeinsame Bundesausschuss regelt das Nähere zum Nachweis der
Erfüllung dieser Anforderungen in seinen Richtlinien oder Beschlüssen
nach §§ 136 bis 136b.
(5)[[law:sgb_5:137h#abs_5_1|1]] Für eine Methode nach Absatz 1 Satz 5 Nummer 3 ist eine
Vereinbarung nach § 6 Absatz 2 Satz 1 des Krankenhausentgeltgesetzes
oder nach § 6 Absatz 4 Satz 1 der Bundespflegesatzverordnung
ausgeschlossen; der Gemeinsame Bundesausschuss entscheidet
unverzüglich über eine Richtlinie nach § 137c Absatz 1 Satz 2.
(6)[[law:sgb_5:137h#abs_6_1|1]] Der Gemeinsame Bundesausschuss berät Krankenhäuser und Hersteller
von Medizinprodukten, auf deren Wunsch auch unter Beteiligung des
Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte oder des
Instituts für das Entgeltsystem im Krankenhaus, im Vorfeld des
Verfahrens nach Absatz 1 über dessen Voraussetzungen und Anforderungen
im Hinblick auf konkrete Methoden sowie zu dem Verfahren einer
Erprobung einschließlich der Möglichkeit, anstelle des Gemeinsamen
Bundesausschusses eine unabhängige wissenschaftliche Institution auf
eigene Kosten mit der wissenschaftlichen Begleitung und Auswertung der
Erprobung nach § 137e Absatz 5 Satz 2 zu beauftragen. [[law:sgb_5:137h#abs_6_2|2]]Der Gemeinsame
Bundesausschuss kann im Rahmen der Beratung prüfen, ob eine Methode
dem Verfahren nach Absatz 1 unterfällt, insbesondere ob sie ein neues
theoretisch-wissenschaftliches Konzept aufweist, und hierzu eine
Feststellung treffen. [[law:sgb_5:137h#abs_6_3|3]]Vor einem solchen Beschluss gibt er im Wege
einer öffentlichen Bekanntmachung im Internet weiteren betroffenen
Krankenhäusern sowie den jeweils betroffenen
Medizinprodukteherstellern Gelegenheit zur Stellungnahme. [[law:sgb_5:137h#abs_6_4|4]]Die
Stellungnahmen sind in die Entscheidung einzubeziehen. [[law:sgb_5:137h#abs_6_5|5]]Für den
Beschluss gilt § 94 Absatz 2 Satz 1 entsprechend. [[law:sgb_5:137h#abs_6_6|6]]Für die Hersteller
von Medizinprodukten ist die Beratung gebührenpflichtig. [[law:sgb_5:137h#abs_6_7|7]]Der
Gemeinsame Bundesausschuss hat dem Bundesinstitut für Arzneimittel und
Medizinprodukte und dem Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus
die diesen im Rahmen der Beratung von Medizinprodukteherstellern nach
Satz 1 entstandenen Kosten zu erstatten, soweit diese Kosten vom
Medizinproduktehersteller getragen werden. [[law:sgb_5:137h#abs_6_8|8]]Das Nähere einschließlich
der Erstattung der entstandenen Kosten ist in der Verfahrensordnung zu
regeln.
(7)[[law:sgb_5:137h#abs_7_1|1]] Klagen bei Streitigkeiten nach dieser Vorschrift haben keine
aufschiebende Wirkung. [[law:sgb_5:137h#abs_7_2|2]]Ein Vorverfahren findet nicht statt.