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== § 28 Ärztliche und zahnärztliche Behandlung ==
(1)[[law:sgb_5:28#abs_1_1|1]] Die ärztliche Behandlung umfaßt die Tätigkeit des Arztes, die zur
Verhütung, Früherkennung und Behandlung von Krankheiten nach den
Regeln der ärztlichen Kunst ausreichend und zweckmäßig ist. [[law:sgb_5:28#abs_1_2|2]]Zur
ärztlichen Behandlung gehört auch die Hilfeleistung anderer Personen,
die von dem Arzt angeordnet und von ihm zu verantworten ist. [[law:sgb_5:28#abs_1_3|3]]Die
Partner der Bundesmantelverträge legen für die ambulante Versorgung
beispielhaft fest, bei welchen Tätigkeiten Personen nach Satz 2
ärztliche Leistungen erbringen können und welche Anforderungen an die
Erbringung zu stellen sind. [[law:sgb_5:28#abs_1_4|4]]Der Bundesärztekammer ist Gelegenheit zur
Stellungnahme zu geben.
(2)[[law:sgb_5:28#abs_2_1|1]] Die zahnärztliche Behandlung umfaßt die Tätigkeit des Zahnarztes,
die zur Verhütung, Früherkennung und Behandlung von Zahn-, Mund- und
Kieferkrankheiten nach den Regeln der zahnärztlichen Kunst ausreichend
und zweckmäßig ist; sie umfasst auch konservierend-chirurgische
Leistungen und Röntgenleistungen, die im Zusammenhang mit Zahnersatz
einschließlich Zahnkronen und Suprakonstruktionen erbracht werden.
[[law:sgb_5:28#abs_2_2|2]]Wählen Versicherte bei Zahnfüllungen eine darüber hinausgehende
Versorgung, haben sie die Mehrkosten selbst zu tragen. [[law:sgb_5:28#abs_2_3|3]]In diesen
Fällen ist von den Kassen die vergleichbare preisgünstigste plastische
Füllung als Sachleistung abzurechnen. [[law:sgb_5:28#abs_2_4|4]]In Fällen des Satzes 2 ist vor
Beginn der Behandlung eine schriftliche Vereinbarung zwischen dem
Zahnarzt und dem Versicherten zu treffen. [[law:sgb_5:28#abs_2_5|5]]Die Mehrkostenregelung gilt
nicht für Fälle, in denen intakte plastische Füllungen ausgetauscht
werden. [[law:sgb_5:28#abs_2_6|6]]Nicht zur zahnärztlichen Behandlung gehört die
kieferorthopädische Behandlung
1. durch Vertragszahnärzte, die keine Anerkennung als Fachzahnarzt für
Kieferorthopädie, keinen dem Fachzahnarzt für Kiefernorthopädie
gleichwertigen Abschluss oder keine im Bundesmantelvertrag für
Zahnärzte festgelegte ausreichende praktische Erfahrung in der
kieferorthopädischen Behandlung besitzen, oder
2. von Versicherten, die zu Beginn der Behandlung das 18. [[law:sgb_5:28#abs_2_7|7]]Lebensjahr
vollendet haben.
[[law:sgb_5:28#abs_2_8|8]]Satz 6 Nummer 2 gilt nicht für Versicherte mit schweren
Kieferanomalien, die ein Ausmaß haben, das kombinierte
kieferchirurgische und kieferorthopädische Behandlungsmaßnahmen
erfordert. [[law:sgb_5:28#abs_2_9|9]]Ebenso gehören funktionsanalytische und
funktionstherapeutische Maßnahmen nicht zur zahnärztlichen Behandlung;
sie dürfen von den Krankenkassen auch nicht bezuschußt werden. [[law:sgb_5:28#abs_2_10|10]]Das
Gleiche gilt für implantologische Leistungen, es sei denn, es liegen
seltene vom Gemeinsamen Bundesausschuss in Richtlinien nach § 92 Abs.
[[law:sgb_5:28#abs_2_11|11]]1 festzulegende Ausnahmeindikationen für besonders schwere Fälle vor,
in denen die Krankenkasse diese Leistung einschließlich der
Suprakonstruktion als Sachleistung im Rahmen einer medizinischen
Gesamtbehandlung erbringt. [[law:sgb_5:28#abs_2_12|12]]Absatz 1 Satz 2 gilt entsprechend. [[law:sgb_5:28#abs_2_13|13]]Die
Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung und der Spitzenverband Bund der
Krankenkassen legen im Bundesmantelvertrag für Zahnärzte spätestens
bis zum 1. [[law:sgb_5:28#abs_2_14|14]]Januar 2027 fest,
1. welcher Abschluss einem Fachzahnarzt für Kieferorthopädie als
gleichwertig im Sinne des Satzes 6 Nummer 1 gilt und
2. welche praktische Erfahrung in der kieferorthopädischen Behandlung als
ausreichend im Sinne des Satzes 6 Nummer 1 gilt.
[[law:sgb_5:28#abs_2_15|15]]Der Bundeszahnärztekammer ist vor jeder Festlegung nach Satz 11
Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben. [[law:sgb_5:28#abs_2_16|16]]Die Stellungnahme ist in den
Entscheidungsprozess einzubeziehen.
[[law:sgb_5:28#abs_2_17|17]](2a) Absatz 2 Satz 6 und 7 in der am 29. [[law:sgb_5:28#abs_2_18|18]]Juli 2026 geltenden Fassung
ist weiter anzuwenden
1. auf eine vor dem Ablauf des 29. [[law:sgb_5:28#abs_2_19|19]]Juli 2030 begonnene
kieferorthopädische Behandlung oder
2. auf Vertragszahnärzte, die vor Ablauf des 29. [[law:sgb_5:28#abs_2_20|20]]Juli 2026 ein Studium,
das zum Führen des Titels Master of Science im Fachbereich der
Kieferorthopädie berechtigt, abgeschlossen oder ein solches Studium
aufgenommen haben.
[[law:sgb_5:28#abs_2_21|21]]Der Vertragszahnarzt hat die Berechtigung zum Führen des in Satz 1
Nummer 2 genannten Titels oder das Datum der Aufnahme eines Studiums,
das zu einem solchen Titel führt, gegenüber der zuständigen
Kassenzahnärztlichen Vereinigung nachzuweisen.
(3)[[law:sgb_5:28#abs_3_1|1]] Die psychotherapeutische Behandlung einer Krankheit wird durch
Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und
Jugendlichenpsychotherapeuten nach den §§ 26 und 27 des
Psychotherapeutengesetzes und durch Psychotherapeuten nach § 1 Absatz
1 Satz 1 des Psychotherapeutengesetzes (Psychotherapeuten), soweit sie
zur psychotherapeutischen Behandlung zugelassen sind, sowie durch
Vertragsärzte entsprechend den Richtlinien nach § 92 durchgeführt.
[[law:sgb_5:28#abs_3_2|2]]Absatz 1 Satz 2 gilt entsprechend. [[law:sgb_5:28#abs_3_3|3]]Spätestens nach den probatorischen
Sitzungen gemäß § 92 Abs. 6a hat der Psychotherapeut vor Beginn der
Behandlung den Konsiliarbericht eines Vertragsarztes zur Abklärung
einer somatischen Erkrankung sowie, falls der somatisch abklärende
Vertragsarzt dies für erforderlich hält, eines psychiatrisch tätigen
Vertragsarztes einzuholen. [[law:sgb_5:28#abs_3_4|4]]Der Einholung des Konsiliarberichts bedarf
es nicht, wenn die psychotherapeutische Behandlung auf Überweisung
eines Vertragsarztes erfolgt oder auf Empfehlung eines Krankenhauses
im Anschluss an eine psychiatrische, psychosomatische oder
psychotherapeutische Krankenhausbehandlung.