~~META: sort = dib ~~ ===== Leit- und Kernsymptome ===== ==== Post Exertionelle Malaise PEM ==== Die Post Exertionelle Malaise ist das Leitsymptom der Erkrankung und für die Diagnose zwingend erforderlich. Sie beschreibt eine zeitverzögert eintretende und langanhaltende Zustandsverschlechterung nach Belastung. Diese kann unmittelbar, nach bis zu 48 Stunden, in Einzelfällen auch bis zu 72 Stunden auftreten und Tage, Wochen oder dauerhaft anhalten. Unter PEM verschlechtern sich bestehende Symptome oft deutlich oder es treten neue Symptome aus dem ME/CFS Symptomkomplex auf. Ein PEM Schub wird von Betroffenen häufig als „Crash“ bezeichnet. → Hauptartikel: [[.:symptome:pem|]] ===== Weitere Kernsymptome ===== ==== Fatigue ==== Betroffene leiden unter einer oft erheblich ausgeprägten Fatigue mit deutlichem Leistungsabfall und massiven Einschränkungen im Alltag. Eine muskuläre Fatigabilität kann mittels zweizeitiger Handkraftmessung nachgewiesen werden. Kognitive Fatigabilität zeigt sich in wiederholten neurokognitiven Testungen, wird jedoch außerhalb von Studien selten angewendet. ==== Unerholsamer Schlaf ==== Schlafstörungen sind häufig und vielfältig. Sie reichen von Ein- und Durchschlafstörungen bis zu einem gestörten Tag Nacht Rhythmus. Die Schlafdauer kann verlängert sein, der Schlaf ist jedoch nicht erholsam. Betroffene wachen häufig mit einem ausgeprägten Krankheitsgefühl auf. ==== Kognitive Einschränkungen ==== Viele Betroffene beschreiben einen sogenannten Brain Fog. Gemeint ist ein verlangsamtes, zähes und vernebeltes Denken. Häufig bestehen Gedächtnisprobleme, Wortfindungsstörungen und Schwierigkeiten, Gesprächen oder Texten zu folgen. Multitasking ist meist stark eingeschränkt. In der erweiterten neuropsychologischen Diagnostik zeigen sich häufig: * reduzierte Verarbeitungsgeschwindigkeit * Aufmerksamkeitsstörungen * Einschränkungen des Arbeitsgedächtnisses * reduzierte Lerneffizienz Charakteristisch ist eine Verschlechterung bei zeitlich versetzt wiederholter Testung oder nach längerer kognitiver Belastung. ==== Orthostatische Intoleranz OI ==== Orthostatische Intoleranz beschreibt die Unfähigkeit des Körpers, den Kreislauf an eine aufrechte Körperposition anzupassen. Ursache ist eine Dysfunktion der autonomen Regulation mit verminderter Durchblutung des zentralen Nervensystems. Typische Symptome sind: * Schwindel und Benommenheit * Herzrasen und Palpitationen * Übelkeit und Schwäche * Atemnot und thorakale Schmerzen * Konzentrationsstörungen und Synkopen * Kopfschmerzen oder Migräne Orthostatische Belastung kann PEM auslösen. Bei einem Teil der Betroffenen lassen sich ein posturales orthostatisches Tachykardiesyndrom PoTS oder eine orthostatische Hypotonie nachweisen. ==== Schmerzen ==== Schmerzen sind häufig und gelten in den CCC Kriterien als Pflichtkriterium. Typisch sind: * neu aufgetretene, oft starke Kopfschmerzen * Muskelschmerzen bereits in Ruhe oder nach geringer Belastung * Glieder und Gelenkschmerzen ohne Entzündungszeichen * neuropathische Schmerzen und Missempfindungen ===== Weitere Begleitsymptome ===== Die folgende Übersicht aus den [[me:diagnosekriterien|Diagnosekriterien]] gibt einen Eindruck, welche sonstigen Symptome noch für die Diagnose relevant sein können: {{page>:me:diagnosekriterien#beruecksichtige_symptome&nofooter}}