04.11.2025 Funktionsstörung

Leider führt die Angst vor der Psychosomatisierung von ME/CFS dazu, dass einige Menschen hinter jedem Begriff etwas Psychosomatisches vermuten.

Aktuell betrifft das den Begriff „Funktionsstörungen“, welcher vermutlich mit „Funktionellen Störungen“ verwechselt wurde.

Zum Hintergrund: Die WHO hat die ICF (Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit) veröffentlicht, um die Funktionsfähigkeit und Teilhabe eines Menschen umfassend zu beschreiben. Der Fokus liegt hierbei nicht auf der konkreten Krankheit oder Diagnose, sondern auf dem gesamten Menschen. Die ICF nutzt dazu ein bio-psycho-soziales Modell. Es ersetzt die rein medizinische („biomedizinische“) Sicht durch eine ganzheitliche Betrachtung des Menschen.

Eine Funktionsstörung in diesem Sinne beschreibt eine Abweichung von der Norm. Sie bezieht sich auf Beeinträchtigungen der Körperfunktionen oder Körperstrukturen.

Die Deutsche Rentenversicherung nutzt die ICF beispielsweise für den vom Arzt auszufüllenden Befundbericht S0051.

Hierbei werden unter anderem Beeinträchtigungen der Aktivitäten und Partizipation in den folgenden Bereichen abgefragt:

Die Angst vor einer Psychosomatisierung durch die Verwendung des Begriffs „Funktionsstörung“ im Kontext der ICF ist also nicht gerechtfertigt.

Ich persönlich nutzte die Strukturierung der ICF z. B. um die Teilhabeeinschränkungen im Rahmen des Antrag auf Schwerbehinderung struktuiert darzustellen.