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Mythos: Diagnosen sind alles

Wenn es darum geht, den Grad der Behinderung (GdB) festzustellen, denken viele Menschen, dass nur die Anzahl oder Schwere der medizinischen Diagnosen wichtig ist.

Das ist nicht richtig. Die rechtliche Grundlage für die Bewertung des GdB sind die konkreten Einschränkungen, die durch die Erkrankungen entstehen. Es kommt darauf an, wie stark die körperlichen, geistigen oder psychischen Funktionen dauerhaft beeinträchtigt sind. Außerdem ist wichtig, wie sich das auf die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben auswirkt.

Zwei Menschen können die gleiche Diagnose haben, aber einen sehr unterschiedlichen GdB bekommen. Das hängt davon ab, wie die Einschränkungen bei jedem einzelnen ausgeprägt sind.

Die Rolle der versorgungsmedizinischen Grundsätze

Manchmal sagen Menschen, dass die versorgungsmedizinischen Grundsätze in der Versorgungsmedizin-Verordnung eine Liste von Krankheiten haben. Sie glauben, dass dies zeigt, dass Diagnosen wichtig sind für die Bewertung.

Das stimmt nicht. Die Krankheiten in der Verordnung sind nicht das Wichtigste. Sie dienen dazu, typische Beeinträchtigungen zu zeigen. Der GdB wird dann aus diesen typischen Beeinträchtigungen abgeleitet.

Die Bewertung erfolgt nicht nur nach dem Namen der Krankheit, sondern nach den typischen Auswirkungen dieser Krankheit auf die Funktionen.

Bedeutung für Antrag und Verfahren

Für den Antrag, den Widerspruch und die Klage bedeutet das, dass man nicht nur eine lange Liste von Diagnosen einfügen sollte. Wichtig ist, dass man die täglichen Einschränkungen und wie lange sie bestehen klar beschreibt. In ärztlichen Stellungnahmen sollten neben der Diagnose auch die konkreten Funktionseinschränkungen und die Auswirkungen auf die Teilhabe an der Gesellschaft beschrieben werden.

Die Seite Antragsstellung hilft bei der Erstellung von passenden Dokumenten.