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Bei der Krankheit ME/CFS gibt es bisher keine Medikamente, die speziell dafür zugelassen sind. Deshalb nutzen manche Ärztinnen und Ärzte Off-Label-Medikamente. Off-Label-Medikamente sind bereits für andere Krankheiten zugelassen, aber nicht für ME/CFS. Diese Medikamente werden also außerhalb der offiziellen Zulassung eingesetzt. Das hat verschiedene Folgen:
Bei einer normalen Behandlung, die zugelassen ist (On-Label Behandlung), ist der Hersteller verantwortlich, wenn etwas schiefgeht. Bei einer Off-Label Behandlung ist aber hauptsächlich der Arzt verantwortlich (siehe g-ba Off-Label-Use). Oft sind Off-Label Behandlungen nicht durch die Berufshaftpflichtversicherung abgesichert. Das bedeutet, der Arzt muss mit seinem eigenen Geld für Schäden aufkommen. Ob eine Einverständniserklärung des Patienten diese Verantwortung aufhebt, ist unklar.
Eine Ausnahme gibt es für Medikamente, die in der "Anlage VI zum Abschnitt K der Arzneimittel-Richtlinie" gelistet sind. Hier hat der Hersteller gesagt, dass er die Haftung für die Off-Label Behandlung übernimmt.
Momentan gibt es vier Off-Label-Medikamente, die für Long-Covid, Post-Covid und ME/CFS verordnet werden können:
| Name | Indikation | Beschreibung |
|---|---|---|
| Ivabradin | Postinfektiöses posturales orthostatisches Tachykardie-Syndrom (PoTS) bei Long/Post-COVID | Für Patientinnen und Patienten, die Betablocker nicht vertragen oder diese nicht nehmen können. |
| Metformin | Prophylaxe von Long/Post-COVID; BMI>25 | Innerhalb von 3 Tagen nach einer SARS-CoV-2-Infektion bei übergewichtigen Menschen ab 6 Jahren, wenn die COVID-19-Symptome weniger als 7 Tage bestehen. |
| Agomelatin | Fatigue bei postinfektiöser ME/CFS und bei Long/Post-COVID | Zur Behandlung von starkem körperlichen und geistigen Erschöpfungszustand. |
| Vortioxetin | Kognitive Beeinträchtigungen und/oder depressive Symptome bei Long/Post-COVID | Zur Behandlung von z.B. verminderter Aufmerksamkeit, Gedächtnisproblemen und depressiven Symptomen. |
Die gesetzliche Krankenkasse zahlt die Kosten für die Off-Label Behandlung nur in zwei Fällen:
Die Erfahrung zeigt leider, dass der Medizinische Dienst die Kostenübernahme für Medikamente, die nicht auf der Off-Label-Liste stehen, meist ablehnt. In wenigen Fällen genehmigen die Sachbearbeiter der Krankenkassen die Kostenübernahme trotz negativer Gutachten. In den meisten Fällen wird die Behandlung aber abgelehnt, und die Betroffenen müssen die Medikamente privat bezahlen.
Hauptartikel: Kostenübernahme