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Das posturale Tachykardiesyndrom (POTS) ist eine Störung des autonomen Nervensystems. Bei POTS steigt die Herzfrequenz, nachdem man aufgestanden ist. Typische Beschwerden sind:
Im Liegen werden die Beschwerden meistens besser. POTS kann mit ME/CFS auftreten, aber es ist nicht dasselbe. Die Behandlung muss individuell sein und heilt ME/CFS nicht.
Hinweis: Dieser Artikel informiert und ersetzt keinen Arztbesuch. Erhöhte Trink- oder Salzzufuhr und Medikamente sollten mit einem Arzt besprochen werden.
POTS steht für posturales Tachykardiesyndrom, auf Englisch postural orthostatic tachycardia syndrome. „Postural“ oder „orthostatisch“ bedeutet, dass die Beschwerden beim Aufstehen oder Sitzen kommen. „Tachykardie“ bedeutet, dass das Herz schnell schlägt.
Wenn man aufsteht, fliesst das Blut in die Beine und den Bauch. Normalerweise steigt dann die Herzfrequenz leicht, um das Blut im Gehirn und den Organen zu halten. Bei POTS funktioniert das nicht gut: Das Herz schlägt schneller, wenn man steht.
POTS ist eine Form von orthostatischer Intoleranz. Das sind Beschwerden, die beim Sitzen oder Stehen auftreten oder schlimmer werden. Im Liegen bessern sie sich. Aber nicht jede orthostatische Intoleranz ist POTS. Auch andere Probleme können ähnliche Beschwerden machen.
Die Beschwerden kommen oft beim Aufstehen oder längeren Sitzen und Stehen. Häufig sind:
Eine kurze Ohnmacht kann vorkommen, ist aber nicht typisch. Hitze, große Mahlzeiten, Flüssigkeitsmangel und die Menstruation können die Beschwerden schlimmer machen.
Viele Menschen mit ME/CFS haben orthostatische Intoleranz, die wie POTS aussehen kann. Aber es gilt:
Einige Symptome sind ähnlich, wie Erschöpfung und Schwindel. Bei ME/CFS ist die Verschlechterung nach Belastung typisch. Das nennt man PEM und gehört nicht zu POTS.
Die Diagnose wird durch die Beschwerden und Messungen von Herzfrequenz und Blutdruck im Liegen und beim Stehen gestellt. Das kann mit einem Stehtest oder einer Kipptischuntersuchung gemacht werden.
Nach gängigen Kriterien müssen folgende Punkte erfüllt sein:
Ein einmalig hoher Puls beweist nicht POTS. Die Ergebnisse können schwanken. Bei typischen Beschwerden und unauffälligem Test kann eine Wiederholung sinnvoll sein.
Zur Diagnose gehören meist Anamnese, körperliche Untersuchung, Elektrokardiogramm und Blutuntersuchungen. Weitere Tests können nötig sein, um andere Krankheiten auszuschließen.
Es gibt keine einheitliche Behandlung, die für alle wirkt. Zuerst werden oft nichtmedikamentöse Maßnahmen genutzt. Welche geeignet sind, hängt von anderen Erkrankungen ab.
Körperliche Gegenmanöver wie Beine über Kreuzen und Anspannen können helfen. Sie sind nicht für alle bei ME/CFS geeignet.
Mehr Flüssigkeit und Salz können helfen, aber nicht für alle. Es kann bei Bluthochdruck oder anderen Erkrankungen schädlich sein.
Kompression kann helfen, dass sich das Blut nicht zu sehr sammelt. Taillenhohe Kompression ist oft besser als kurze Socken. Das Anziehen kann aber anstrengend sein.
Bei POTS ohne ME/CFS kann ein Training helfen. Bei ME/CFS darf es kein strenger Plan werden. Aktivität muss in einem sicheren Rahmen bleiben und an PEM angepasst sein. Wichtig sind Pacing und Hilfsmittel.
Wenn andere Maßnahmen nicht helfen, können Ärztinnen und Ärzte Medikamente ausprobieren. Es gibt keine einheitliche Therapie für POTS. Bei Beschwerden können Mittel wie Betablocker, Midodrin oder Fludrocortison in Betracht gezogen werden.
Neue oder starke Schmerzen, schwere Atemnot oder Bewusstlosigkeit müssen schnell untersucht werden. Das gilt auch bei Ohnmacht während körperlicher Belastung.
POTS betrifft die Regulation von Herz und Kreislauf. Das Herz selbst ist oft gesund. Herzerkrankungen müssen ausgeschlossen werden.
Nein. Bei POTS ist der starke Pulsanstieg wichtig, nicht der Blutdruckabfall. Beide müssen durch Puls- und Blutdruckmessung unterschieden werden.
Ja. Viele haben Schwindel, werden aber nicht ohnmächtig. Eine Ohnmacht ist nicht nötig für die Diagnose.
Eine Smartwatch kann den Puls messen, aber sie ist nicht immer genau und misst oft nicht den Blutdruck. Die Diagnose muss vom Arzt gestellt werden.
Die Hausärztin oder der Hausarzt ist die erste Anlaufstelle. Je nach Befund sind Fachärzte wie Kardiologen wichtig.
Nein. Kann helfen, ist aber nicht für alle gut. Bei bestimmten Erkrankungen kann es gefährlich sein.
Ein angepasstes Training kann helfen, ist aber keine gesicherte Heilung. Bei ME/CFS kann es die Probleme verschlimmern. Wichtig ist die individuelle Belastungsgrenze.