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Posturales Tachykardiesyndrom (POTS)

Das posturale Tachykardiesyndrom (POTS) ist eine Störung des autonomen Nervensystems. Bei POTS steigt die Herzfrequenz, nachdem man aufgestanden ist. Typische Beschwerden sind:

Im Liegen werden die Beschwerden meistens besser. POTS kann mit ME/CFS auftreten, aber es ist nicht dasselbe. Die Behandlung muss individuell sein und heilt ME/CFS nicht.

Hinweis: Dieser Artikel informiert und ersetzt keinen Arztbesuch. Erhöhte Trink- oder Salzzufuhr und Medikamente sollten mit einem Arzt besprochen werden.

Was bedeutet POTS?

POTS steht für posturales Tachykardiesyndrom, auf Englisch postural orthostatic tachycardia syndrome. „Postural“ oder „orthostatisch“ bedeutet, dass die Beschwerden beim Aufstehen oder Sitzen kommen. „Tachykardie“ bedeutet, dass das Herz schnell schlägt.

Wenn man aufsteht, fliesst das Blut in die Beine und den Bauch. Normalerweise steigt dann die Herzfrequenz leicht, um das Blut im Gehirn und den Organen zu halten. Bei POTS funktioniert das nicht gut: Das Herz schlägt schneller, wenn man steht.

POTS ist eine Form von orthostatischer Intoleranz. Das sind Beschwerden, die beim Sitzen oder Stehen auftreten oder schlimmer werden. Im Liegen bessern sie sich. Aber nicht jede orthostatische Intoleranz ist POTS. Auch andere Probleme können ähnliche Beschwerden machen.

Typische Symptome

Die Beschwerden kommen oft beim Aufstehen oder längeren Sitzen und Stehen. Häufig sind:

Eine kurze Ohnmacht kann vorkommen, ist aber nicht typisch. Hitze, große Mahlzeiten, Flüssigkeitsmangel und die Menstruation können die Beschwerden schlimmer machen.

POTS und ME/CFS

Viele Menschen mit ME/CFS haben orthostatische Intoleranz, die wie POTS aussehen kann. Aber es gilt:

Einige Symptome sind ähnlich, wie Erschöpfung und Schwindel. Bei ME/CFS ist die Verschlechterung nach Belastung typisch. Das nennt man PEM und gehört nicht zu POTS.

Wie wird POTS diagnostiziert?

Die Diagnose wird durch die Beschwerden und Messungen von Herzfrequenz und Blutdruck im Liegen und beim Stehen gestellt. Das kann mit einem Stehtest oder einer Kipptischuntersuchung gemacht werden.

Nach gängigen Kriterien müssen folgende Punkte erfüllt sein:

Ein einmalig hoher Puls beweist nicht POTS. Die Ergebnisse können schwanken. Bei typischen Beschwerden und unauffälligem Test kann eine Wiederholung sinnvoll sein.

Zur Diagnose gehören meist Anamnese, körperliche Untersuchung, Elektrokardiogramm und Blutuntersuchungen. Weitere Tests können nötig sein, um andere Krankheiten auszuschließen.

Behandlung und Selbstmanagement

Es gibt keine einheitliche Behandlung, die für alle wirkt. Zuerst werden oft nichtmedikamentöse Maßnahmen genutzt. Welche geeignet sind, hängt von anderen Erkrankungen ab.

Belastende Situationen verringern

Körperliche Gegenmanöver wie Beine über Kreuzen und Anspannen können helfen. Sie sind nicht für alle bei ME/CFS geeignet.

Flüssigkeit und Salz

Mehr Flüssigkeit und Salz können helfen, aber nicht für alle. Es kann bei Bluthochdruck oder anderen Erkrankungen schädlich sein.

Kompressionskleidung

Kompression kann helfen, dass sich das Blut nicht zu sehr sammelt. Taillenhohe Kompression ist oft besser als kurze Socken. Das Anziehen kann aber anstrengend sein.

Bewegung bei gleichzeitigem ME/CFS

Bei POTS ohne ME/CFS kann ein Training helfen. Bei ME/CFS darf es kein strenger Plan werden. Aktivität muss in einem sicheren Rahmen bleiben und an PEM angepasst sein. Wichtig sind Pacing und Hilfsmittel.

Medikamente

Wenn andere Maßnahmen nicht helfen, können Ärztinnen und Ärzte Medikamente ausprobieren. Es gibt keine einheitliche Therapie für POTS. Bei Beschwerden können Mittel wie Betablocker, Midodrin oder Fludrocortison in Betracht gezogen werden.

Wann ist rasche medizinische Hilfe nötig?

Neue oder starke Schmerzen, schwere Atemnot oder Bewusstlosigkeit müssen schnell untersucht werden. Das gilt auch bei Ohnmacht während körperlicher Belastung.

Häufige Fragen

Ist POTS eine Herzerkrankung?

POTS betrifft die Regulation von Herz und Kreislauf. Das Herz selbst ist oft gesund. Herzerkrankungen müssen ausgeschlossen werden.

Ist POTS dasselbe wie orthostatische Hypotonie?

Nein. Bei POTS ist der starke Pulsanstieg wichtig, nicht der Blutdruckabfall. Beide müssen durch Puls- und Blutdruckmessung unterschieden werden.

Kann man POTS haben, ohne ohnmächtig zu werden?

Ja. Viele haben Schwindel, werden aber nicht ohnmächtig. Eine Ohnmacht ist nicht nötig für die Diagnose.

Kann eine Smartwatch POTS feststellen?

Eine Smartwatch kann den Puls messen, aber sie ist nicht immer genau und misst oft nicht den Blutdruck. Die Diagnose muss vom Arzt gestellt werden.

Welcher Arzt diagnostiziert POTS?

Die Hausärztin oder der Hausarzt ist die erste Anlaufstelle. Je nach Befund sind Fachärzte wie Kardiologen wichtig.

Hilft mehr Salz und Trinken immer bei POTS?

Nein. Kann helfen, ist aber nicht für alle gut. Bei bestimmten Erkrankungen kann es gefährlich sein.

Kann Sport POTS heilen?

Ein angepasstes Training kann helfen, ist aber keine gesicherte Heilung. Bei ME/CFS kann es die Probleme verschlimmern. Wichtig ist die individuelle Belastungsgrenze.

Quellen