Die Internationale Klassifikation (ICF) der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit ist ein zentrales Instrument zur Beschreibung der Auswirkungen von Erkrankungen auf das tägliche Leben. Sie wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) entwickelt und wird international im medizinischen und sozialrechtlichen Kontext verwendet.
Die ICF basiert auf einem bio-psycho-sozialen Modell von Gesundheit. Sie betrachtet den Menschen ganzheitlich und beschreibt nicht nur körperliche Funktionen, sondern auch Aktivitäten, Teilhabe sowie fördernde oder hindernde Umweltfaktoren.
Die Klassifikation gliedert sich in mehrere Bereiche.
Die folgenden Beispiele zeigen einige ICF Kategorien inkl. Kommentare zur Veranschaulichung.
Körperfunktionen
Aktivitäten und Partizipation
Umweltfaktoren
Alle ICF-Codes sind in der Anwendung Gesundheitssteckbrief verfügbar und können dort individuell zusammengestellt werden.
ICF Core Sets sind von Fachgesellschaften für bestimmte Krankheiten entwickelte Listen mit einer Vorauswahl an ICF Codes. Diese ICF Codes sind üblicherweise für die jeweilige Krankheit relevant und sollen die Nutzung der ICF vereinfachen.
Für ME/CFS existiert derzeit kein eigenes ICF Core Set. Dennoch können die Core Sets „Multiple Sklerose“ oder „Neurologische Erkrankungen Postakut“ als Startpunkt genutzt werden.
Die ICD und die ICF erfüllen unterschiedliche Aufgaben, ergänzen sich aber. Die ICD dient der medizinischen Diagnosestellung und klassifiziert Krankheiten. Die ICD wird genutzt, um zu beschreiben, welche Erkrankungen vorliegen.
Die ICF hingegen beschreibt, wie sich die Summe an Erkrankungen auf das Leben einer Person auswirkt. Sie fokussiert sich auf eine Beschreibung der Funktionsfähigkeit und auf die Einschränkung bzgl. Aktivität und Teilhabe.
Zwei Menschen mit derselben ICD Diagnose können somit sehr unterschiedliche ICF Profile aufweisen.