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a-z:reha-ablehnung [01.10.2026 16:49] – angelegt svena-z:reha-ablehnung [20.10.2026 06:20] (aktuell) – [Gesetzliche Rahmenbedingungen] sven
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 https://www.iqwig.de/download/n21-01_me-cfs-aktueller-kenntnisstand_abschlussbericht_v1-0.pdf https://www.iqwig.de/download/n21-01_me-cfs-aktueller-kenntnisstand_abschlussbericht_v1-0.pdf
  
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 Handlungsempfehlungen: \\ Handlungsempfehlungen: \\
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 https://link.springer.com/article/10.1007/s00508-024-02372-y \\ https://link.springer.com/article/10.1007/s00508-024-02372-y \\
  
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 Während Patient:innen mit Depression oder Burn-out unter einer ausgeprägten Motivations- und Antriebsstörung leiden, sind Motivation und Antrieb bei ME/CFS-Betroffenen unvermindert. Für letztere führt eine Überlastung (z. B. durch Sport oder aktivierende Rehabilitationsmaßnahmen) zu einer Verschlechterung des Zustandes, während Patient:innen mit Depression oder Burn-out von aktivierenden Maßnahmen in der Regel profitieren. Für ME/CFS-Betroffene steht daher „Pacing“ statt Aktivierung im Zentrum des Krankheitsmanagements.\\ Während Patient:innen mit Depression oder Burn-out unter einer ausgeprägten Motivations- und Antriebsstörung leiden, sind Motivation und Antrieb bei ME/CFS-Betroffenen unvermindert. Für letztere führt eine Überlastung (z. B. durch Sport oder aktivierende Rehabilitationsmaßnahmen) zu einer Verschlechterung des Zustandes, während Patient:innen mit Depression oder Burn-out von aktivierenden Maßnahmen in der Regel profitieren. Für ME/CFS-Betroffene steht daher „Pacing“ statt Aktivierung im Zentrum des Krankheitsmanagements.\\
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 https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1865921724000928 \\ https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1865921724000928 \\
  
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 „Reha-Erfolg\\ „Reha-Erfolg\\
 Auf die Frage, um wieviel Prozent sich ihr Allgemeinzustand infolge der Reha vier Wochen nach der Maßnahme verändert hat, [...] 50% [der Teilnehmer] berichteten von einer Verschlechterung, […] Im Durchschnitt berichteten die TN eine Veränderung ihres Allgemeinzustandes um -17%.“\\ Auf die Frage, um wieviel Prozent sich ihr Allgemeinzustand infolge der Reha vier Wochen nach der Maßnahme verändert hat, [...] 50% [der Teilnehmer] berichteten von einer Verschlechterung, […] Im Durchschnitt berichteten die TN eine Veränderung ihres Allgemeinzustandes um -17%.“\\
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 von Lotte Habermann-Horstmeier, 1. Auflage, ISBN: 9783456862828 \\ von Lotte Habermann-Horstmeier, 1. Auflage, ISBN: 9783456862828 \\
  
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 In der APAV-ME/CFS-Studie gaben nur 4,1 % In der APAV-ME/CFS-Studie gaben nur 4,1 %
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 https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/020-027: https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/020-027:
  
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 https://register.awmf.org/assets/guidelines/080-008l_S2k_COVID-19-und-Frueh-Rehabilitation_2024-01.pdf https://register.awmf.org/assets/guidelines/080-008l_S2k_COVID-19-und-Frueh-Rehabilitation_2024-01.pdf
  
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 +Evaluation of an Integrated Multidisciplinary Care Model for Myalgic Encephalomyelitis/Chronic Fatigue Syndrome: A Prospective, Open-label, Non-randomized Controlled Intervention Study
 +[[https://www.amjmed.com/article/S0002-9343(26)00668-6/fulltext|Artikel im American Journal of Medicine]]
 +
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 +Zusammenfassung
 +
 +Selbst ein speziell angepasstes, fünfwöchiges Programm  mit multidisziplinärer Betreuung für ME/CFS Erkrankte brachte nach zwölf Monaten keinen nachweisbaren Vorteil bei der körperlichen Funktionsfähigkeit gegenüber einer einmaligen ambulanten Beratung. Auch Fatigue, autonome Beschwerden und Lebensqualität zeigten keinen überzeugenden Nutzen.
 +
 +Dem fehlenden Wirksamkeitsnachweis stehen Belastungsrisiken gegenüber. Die meisten Teilnehmenden berichteten vorübergehende Verschlechterungen durch die Anreise oder das Rehabilitationsprogramm. Beim Untersuchungstermin nach der Reha hatten 45 % einen schlechteren [[bell_skala|Bell-Score]], während sich nur 14 % verbesserten. Wegen des nicht randomisierten Studiendesigns lässt sich die Verschlechterung allerdings nicht eindeutig der Reha zuschreiben.
 +
 +Die Autoren stellen deshalb den klinischen Nutzen stationärer Rehabilitation bei ME/CFS infrage. Besonders Betroffene mit einem Bell-Score von 30 oder weniger sollten nicht zur Reha verpflichtet werden, auch nicht als Voraussetzung für eine Erwerbsminderungsrente.
 +</WRAP>
 +
 +Postinfektiöse Erkrankungen Versorgung, Dateninfrastruktur, Forschung und Prävention (Leopoldina, Nationale Akademie der Wissenschaften)
 +https://www.leopoldina.org/fileadmin/user_upload/Dokumente/2026_Leopoldina-Stellungnahme_Postinfekti%C3%B6se_Erkrankungen.pdf
 +
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 +Seite 21:
 +
 +Umgang mit post-exertioneller Malaise (PEM): Die Situation von Patientinnen
 +und Patienten, die unter PEM – einem charakteristischen Merkmal von ME/CFS –
 +leiden, kann sich durch aufwändige Versorgungsmaßnahmen, insbesondere durch
 +aktivierende Rehabilitationsmaßnahmen, dauerhaft verschlechtern. Da dieser Sachverhalt nicht breit bekannt ist, stehen Betroffene häufig alleingelassen vor der Herausforderung, sich gegen unangepasste Versorgungsmaßnahmen, insbesondere Teilnahme an nicht PEM-adaptierten Rehabilitationsmaßnahmen, zu wehren und sich in der
 +Begutachtung/Diagnostik vor Überlastung, z.B. bei Ergometrie und Spiroergometrie,
 +zu schützen. Selbst bei PEM-adaptierten Rehabilitationsmaßnahmen fehlen Zertifizierungen und Evidenz zu ihrer Wirksamkeit. Altersübergreifend bieten nur wenige
 +Rehabilitationskliniken spezifisch auf PEM eingerichtete, individualisierte Behandlungskonzepte an.
 +</WRAP>
 ===== Gesetzliche Rahmenbedingungen ===== ===== Gesetzliche Rahmenbedingungen =====
-  * § 63 SGB I Heilbehandlung \\ Wer wegen Krankheit oder Behinderung Sozialleistungen beantragt oder erhält, soll sich auf Verlangen des zuständigen Leistungsträgers einer Heilbehandlung unterziehen, wenn zu erwarten ist, daß sie eine Besserung seines Gesundheitszustands herbeiführen oder eine Verschlechterung verhindern wird. +  * [[law:sgb_1:63|§ 63 SGB I]] Heilbehandlung \\ Wer wegen Krankheit oder Behinderung Sozialleistungen beantragt oder erhält, soll sich auf Verlangen des zuständigen Leistungsträgers einer Heilbehandlung unterziehen, wenn zu erwarten ist, daß sie eine Besserung seines Gesundheitszustands herbeiführen oder eine Verschlechterung verhindern wird. 
-  * § 65 SGB I Grenzen der Mitwirkung \\ (1) Die Mitwirkungspflichten nach den §§ 60 bis 64 bestehen nicht, soweit \\ 1. […] \\ 2. ihre Erfüllung dem Betroffenen aus einem wichtigen Grund nicht zugemutet werden kann oder \\ 3. […] \\ \\ (2) Behandlungen und Untersuchungen, \\ 1. bei denen im Einzelfall ein Schaden für Leben oder Gesundheit nicht mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden kann, \\ 2. die mit erheblichen Schmerzen verbunden sind oder \\ 3. die einen erheblichen Eingriff in die körperliche Unversehrtheit bedeuten, können abgelehnt werden +  * [[law:sgb_1:65|§ 65 SGB I]] Grenzen der Mitwirkung \\ (1) Die Mitwirkungspflichten nach den §§ 60 bis 64 bestehen nicht, soweit \\ 1. […] \\ 2. ihre Erfüllung dem Betroffenen aus einem wichtigen Grund nicht zugemutet werden kann oder \\ 3. […] \\ \\ (2) Behandlungen und Untersuchungen, \\ 1. bei denen im Einzelfall ein Schaden für Leben oder Gesundheit nicht mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden kann, \\ 2. die mit erheblichen Schmerzen verbunden sind oder \\ 3. die einen erheblichen Eingriff in die körperliche Unversehrtheit bedeuten, können abgelehnt werden 
-  * § 9 Rehabilitationsfähigkeit, Reha-RL (Stand 2004) \\ Rehabilitationsfähig sind Versicherte, wenn sie aufgrund ihrer somatischen und psychischen Verfassung die für die Durchführung und Mitwirkung bei der Leistung zur medizinischen Rehabilitation notwendige Belastbarkeit besitzen. +  * [[https://www.g-ba.de/richtlinien/23/|§ 9 Rehabilitationsfähigkeit, Reha-RL (Stand 2025)]] \\ Rehabilitationsfähig sind Versicherte, wenn sie aufgrund ihrer somatischen und psychischen Verfassung die für die Durchführung und Mitwirkung bei der Leistung zur medizinischen Rehabilitation notwendige Belastbarkeit besitzen. 
-  * § 10 Rehabilitationsprognose und Rehabilitationsziele, Reha-RL (Stand 2004) \\ Die Rehabilitationsprognose ist eine medizinisch begründete Wahrscheinlichkeitsaussage für den Erfolg der Leistung zur medizinischen Rehabilitation+  * [[https://www.g-ba.de/richtlinien/23/|§ 10 Rehabilitationsprognose und Rehabilitationsziele, Reha-RL (Stand 2025)]] \\ Die Rehabilitationsprognose ist eine medizinisch begründete Wahrscheinlichkeitsaussage für den Erfolg der Leistung zur medizinischen Rehabilitation
     * auf der Basis der Erkrankung oder Behinderung, des bisherigen Verlaufs, des Kompensationspotentials oder der Rückbildungsfähigkeit unter Beachtung und Förderung individueller positiver Kontextfaktoren, insbesondere der Motivation der oder des Versicherten zur Rehabilitation, oder der Möglichkeit der Verminderung negativ wirkender Kontextfaktoren     * auf der Basis der Erkrankung oder Behinderung, des bisherigen Verlaufs, des Kompensationspotentials oder der Rückbildungsfähigkeit unter Beachtung und Förderung individueller positiver Kontextfaktoren, insbesondere der Motivation der oder des Versicherten zur Rehabilitation, oder der Möglichkeit der Verminderung negativ wirkender Kontextfaktoren
     * über die Erreichbarkeit eines festgelegten Rehabilitationsziels oder festgelegter Rehabilitationsziele durch eine geeignete Leistung zur medizinischen Rehabilitation \\ [...]     * über die Erreichbarkeit eines festgelegten Rehabilitationsziels oder festgelegter Rehabilitationsziele durch eine geeignete Leistung zur medizinischen Rehabilitation \\ [...]