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Berufsunfähigkeitsversicherung
Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist eine private Versicherung. Sie hilft, wenn eine Person ihren Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr machen kann.
Wann zahlt eine Berufsunfähigkeitsversicherung
Die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt, wenn eine Person berufsunfähig ist. Es gibt verschiedene Bedingungen dafür. Eine Berufsunfähigkeit kann aus einem quantitativen oder qualitativen Grund vorliegen.
Quantitativer Grund (50%-Bedingung)
Ein quantitativer Grund liegt vor, wenn die versicherte Person weniger als die Hälfte ihrer Arbeitszeit in ihrem Beruf arbeiten kann. Oft wird gesagt, dass sie weniger als 50 Prozent arbeiten muss.
Beispiel: Wenn jemand normalerweise acht Stunden täglich arbeitet, aber nur noch weniger als vier Stunden arbeiten kann, könnte das Berufsunfähigkeit sein.
Qualitativer Grund (Prägende Tätigkeit)
Ein qualitativer Grund liegt vor, wenn eine Person eine wichtige Aufgabe in ihrem Beruf nicht mehr machen kann. Diese Aufgabe kann auch nur wenig Zeit in Anspruch nehmen, ist aber wichtig für den Beruf.
Beispiel: Ein Chirurg, der wegen Zitterns keine Operationen mehr machen kann. Auch wenn er nicht viel Zeit mit Operieren verbringt, ist es eine wichtige Tätigkeit.
Ein weiteres Beispiel: Ein Gutachter für Dachdeckerarbeiten kann das Dach nicht mehr betreten. Das Betreten des Daches ist eine wichtige Aufgabe für seinen Beruf.
Abgrenzung zur Erwerbsminderungsrente
Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist anders als die Erwerbsminderungsrente.
Die Erwerbsminderungsrente ist eine gesetzliche Hilfe. Sie wird gezahlt, wenn jemand aus gesundheitlichen Gründen weniger als drei Stunden pro Tag arbeiten kann.
Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist eine private Versicherung. Sie betrifft nur den zuletzt ausgeübten Beruf. Wichtig ist, ob man diesen Beruf noch zu 50 Prozent machen kann oder ob wichtige Aufgaben nicht mehr möglich sind.
Die Hürden für die Berufsunfähigkeitsversicherung sind niedriger als bei der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente.
Abzüge & Versteuerung
Krankenversicherung, Pflegeversicherung
Ob man auf die Berufsunfähigkeitsversicherung Beiträge zur Krankenversicherung und Pflegeversicherung zahlen muss, hängt davon ab, ob man eine Erwerbsminderungsrente erhält und ob man gesetzlich oder privat versichert ist.
| Szenario | Beschreibung | Abzüge |
|---|---|---|
| Private Krankenversicherung | keine Änderung, da Beitragshöhe unabhängig vom Einkommen | 0% |
| Gesetzliche Krankenversicherung Private BU-Rente Erwerbsminderungsrente | pflichtversichert in der gesetzlichen Krankenversicherung Höhe der Beiträge orientieren sich i. d. R. nur an der EMR, nicht an der BU-Rente | 0% |
| Gesetzliche Krankenversicherung Private BU-Rente keine Erwerbsminderungsrente | freiwilliges Mitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung Voller Krankenkassenbeitrag + Pflegeversicherung auf die BU-Rente | min. 18,2% |
| Gesetzliche Krankenversicherung Berufsunfähigkeitsrente aus betrieblicher Altersversorgung | Bei Auszahlung wird der volle Krankenkassenbeitrag + Pflegeversicherung abgezogen. | min. 18,2% |
Versteuerung
Eine private Berufsunfähigkeitsrente muss nach § 22 EStG Nr. 1 Satz 3 Buchst. a) bb) versteuert werden, aber nicht ganz. Man versteuert meist nur den sogenannten Ertragsanteil, der vom Alter abhängt, wenn die Rente beginnt.
Die Berufsunfähigkeitsrente aus betrieblicher Altersversorgung muss nach § 5 EStG ganz versteuert werden.
Wie viel Steuern man zahlen muss, kann sehr unterschiedlich sein und hängt auch von Pauschbeträgen ab.
Sonderfall: Versorgungswerke
Bei Mitgliedern eines berufsständischen Versorgungswerks muss die Absicherung bei Berufsunfähigkeit besonders geprüft werden. Viele Versorgungswerke zahlen erst bei vollständiger Berufsunfähigkeit. Die Rente bekommt man nur, wenn man den Beruf endgültig aufgibt. Das kann bedeuten, dass Ärzte ihre Lizenz abgeben müssen.