me:symptome:pem
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| + | ====== PEM ====== | ||
| + | Post-exertionelle Malaise bezeichnet eine erhebliche und im Verhältnis zur vorangegangenen Belastung | ||
| + | unverhältnismäßig starke Zustandsverschlechterung, | ||
| + | Zustandsverschlechterung ist geprägt durch eine Verstärkung bereits vorhandener Symptome in Kombination | ||
| + | mit dem Auftreten neuer Symptome. | ||
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| + | Übliche Auslöser von PEM sind körperliche, | ||
| + | Die Zustandsverschlechterung kann direkt nach der Aktivität, aber auch mit einer zeitlichen Verzögerung | ||
| + | eintreten und kann für Tage oder Wochen anhalten. | ||
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| + | ===== Namensherkunft ==== | ||
| + | Post-exertionelle Malaise | ||
| + | * post = nach | ||
| + | * exertion = Anstrengung | ||
| + | * malaise = Krankheitsgefühl | ||
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| + | ===== Definitionen ===== | ||
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| + | Da es für PEM nicht nur eine Definition gibt, werden im Folgenden verschiedene Definitionen aufgeführt: | ||
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| + | [[https:// | ||
| + | > „Post-Exertionelle Malaise (kurz: PEM) bedeutet die Verschlechterung der Symptomatik nach geringfügiger körperlicher und/oder geistiger Anstrengung. PEM tritt unmittelbar nach einer ausgeführten Aktivität oder mit einer Latenz von ca. 12 bis 48 Stunden danach auf und kann für mehrere Tage oder Wochen anhalten oder zu einer dauerhaften Zustandsverschlechterung führen. Für eine ME/ | ||
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| + | https:// | ||
| + | > „Postexertional Malaise, kurz PEM, beschreibt eine unphysiologische Zustandsverschlechterung nach körperlicher, | ||
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| + | [[https:// | ||
| + | > Post-exertionelle Malaise oder Post-Exertional Malaise (von englisch post ‚nach‘, exertion ‚Anstrengung‘, | ||
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| + | [[https:// | ||
| + | > „PEM ist eine belastungsinduzierte, | ||
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| + | ===== PENE ===== | ||
| + | In den Internationalen Konsenskriterien von 2011 wurde der Begriff PENE, post exertional neuroimmune exhaustion („auf eine Belastung folgende neuroimmunologische Erschöpfung“) als Alternative zu PEM eingeführt. In der Praxis hat sich diese Bezeichnung jedoch nicht durchgesetzt. | ||
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| + | PENE wird definiert als ([[https:// | ||
| + | > „Das Hauptmerkmal ist eine pathologische Unfähigkeit, | ||
| + | > 1. Eine ausgeprägte, | ||
| + | > 2. Verschlimmerung der Symptome nach Belastung, z. B. akute grippeähnliche Symptome oder Schmerzen. | ||
| + | > 3. Eine Erschöpfung nach einer Anstrengung, | ||
| + | > 4. Die Erholungszeit ist verlängert und dauert in der Regel 24 Stunden oder länger. Eine Exazerbation kann Tage, Wochen oder länger dauern. | ||
| + | > 5. Eine niedrige Schwelle der körperlichen und kognitiven Fatigability (Mangel an Ausdauer) führt zu einer erheblichen Verringerung des Aktivitätsniveaus im Vergleich zu vor der Erkrankung.“ | ||
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| + | [[https:// | ||
| + | > Die PENE äußert sich in einer Verschlimmerung der Grundsymptomatik, | ||
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| + | ===== Diagnostik ===== | ||
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| + | Die Diagnostik einer PEM kann durch den Hausarzt erfolgen. Differenzialdiagnostisch sollten andere Ursachen ausgeschlossen werden. | ||
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| + | Unterstützend kann auf den Screening-Fragebogen [[https:// | ||
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| + | ===== PEM & ME/CFS ===== | ||
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| + | Die Post-Exertional Malaise (PEM) gilt als das Leitsymptom von ME/CFS und ist zentral für die klinische | ||
| + | Beschreibung der Erkrankung und wird in allen etablierten [[..: | ||
| + | als notwendige Voraussetzung für eine ME/ | ||
| + | jedoch zusätzlich das Vorliegen weiterer Symptomkomplexe. Dazu zählen z.B. Schmerzen, neurokognitive | ||
| + | Störungen, autonome, immunologische oder neurologische Manifestationen. PEM allein ist nach keinem | ||
| + | dieser Kriterien ausreichend für die Diagnosestellung von ME/CFS. Auch die in den [[..: | ||
| + | Konsenskriterien]] beschriebene „atypische Myalgische Enzephalomyelitis“ erfordert zusätzliche Symptome. | ||
| + | |||
| + | Ein Teil der Selbsthilfegruppen setzen PEM faktisch mit ME/CFS gleich. Diese Sichtweise ist mit den aktuellen medizinischen Diagnosekriterien nicht vereinbar. Nach allen drei Kriterien ist es ausdrücklich möglich, dass Menschen PEM aufweisen, ohne die diagnostischen Voraussetzungen für ME/CFS zu erfüllen. Die Annahme, PEM sei per se gleichbedeutend mit ME/CFS, stellt somit eine Verkürzung der aktuellen diagnostischen Logik dar. Aus fachlicher Sicht ist PEM ein notwendiges, | ||
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| + | Nicht verschwiegen werden sollte, dass die Versorgungssituation bei Personen, die die Diagnosekriterien für ME/CFS nicht erfüllen und bei denen aber trotzdem PEM vorliegt, nochmal schwieriger als bei ME/ | ||
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