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Inhaltsverzeichnis
Myalgische Enzephalomyelitis
Myalgische Enzephalomyelitis / Chronisches Fatigue-Syndrom (ME/CFS) ist eine schwere, chronische und multisystemische Erkrankung. Das Leitsymptom ist eine nach Belastung einsetzende starke Zustandsverschlechterung, die als post-exertionelle Malaise (PEM) bezeichnet wird. Die Krankheit führt häufig zu erheblichen Einschränkungen der körperlichen, kognitiven und sozialen Leistungsfähigkeit. ME/CFS ist keine psychische Erkrankung und nicht mit gewöhnlicher Erschöpfung vergleichbar.
ME/CFS ist weltweit verbreitet. Die genaue Häufigkeit ist schwer zu bestimmen, da die Erkrankung lange unterdiagnostiziert war und weiterhin häufig verkannt wird.
Der Schweregrad reicht von milden Verläufen bis zu schwersten Fällen. Bereits bei milden Fällen müssen die Betroffenen häufig ihre Arbeitszeiten deutlich reduzieren und ihr Sozialleben herunterfahren, um Erholungsphasen zu schaffen.
Schwerstbetroffene sind vollständig auf fremde Hilfe angewiesen und ans Bett gebunden. Häufig können sie nur noch vollständig abgedunkelte Räume ertragen.
Zentrale Merkmale
Ein Kernmerkmal von ME/CFS ist die sogenannte postexertionelle Malaise. Darunter versteht man eine deutliche und oft verzögerte Verschlechterung der Symptome nach körperlicher, kognitiver oder emotionaler Belastung. Diese Verschlechterung kann Tage, Wochen oder länger anhalten.
Abgrenzung und Einordnung
Diagnostik
Die Diagnose von ME/CFS erfolgt durch eine strukturierte ärztliche Beurteilung des Gesamtbildes anhand definierter Diagnosekriterien und nach Ausschluss anderer Erkrankungen. Ein spezifischer Biomarker steht derzeit nicht zur Verfügung. Voraussetzung ist der Ausschluss anderer Erkrankungen, die die Symptome erklären könnten.
Ausführliche Informationen bieten die folgenden Unterartikel:
Behandlung und Umgang mit der Erkrankung
Derzeit existiert keine kausale Heilung für ME/CFS. Die Behandlung ist symptomorientiert und individuell ausgerichtet. Ein zentraler Ansatz ist das sogenannte Pacing, also die Anpassung von Aktivitäten an die individuell verfügbare Belastungsgrenze.
Der folgende Artikel listet mögliche Therapieansätze auf:
Forschung und Studienlage
Die Forschung zu ME/CFS ist komplex und historisch von methodischen Problemen geprägt. Fehlannahmen, unzureichende Falldefinitionen und problematische Studiendesigns haben zu widersprüchlichen Ergebnissen geführt.
Eine kritische Einordnung findet sich hier:
Gesellschaftliche Wahrnehmung
Die Darstellung von ME/CFS in Medien und Öffentlichkeit ist oft unzureichend oder verzerrt. Dies trägt zur Stigmatisierung von Betroffenen bei und beeinflusst die medizinische Versorgung negativ.
Der folgende Artikel listet Reportagen und Podcasts auf, die das Leiden der Betroffenen darstellen: Medien
Medizinische Weiterbildung
Ein Mangel an Wissen über ME/CFS im medizinischen Bereich stellt ein großes Problem dar. Strukturierte und evidenzbasierte Fortbildung ist entscheidend für eine frühere Diagnose und bessere Versorgung.
Siehe auch: Weiterbildung für Ärzte
