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Mobilitätshilfen bei ME/CFS

Ein hilfreicher Orientierungspunkt ist: Wenn man darüber nachdenkt, ob man einen Rollstuhl oder eine andere Mobilitätshilfe benötigt, befindet man sich meist bereits in der Phase, in der ein solches Hilfsmittel sinnvoll und entlastend wäre. Frühzeitige Nutzung schützt nicht nur vor Überanstrengung, sondern ermöglicht auch mehr Stabilität im Alltag und verhindert eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes.

Dieser Artikel kann nur eine ersten Einblick geben. Wichtig ist die Beratung durch ein kompetentes Sanitätshaus, welches sich mit den verschiedenen Möglichkeiten auskennt.

Zentrale Fragen für die Entscheidung

1. Wie viel Unterstützung wird benötigt?

  • Vollmotorisiert?
  • Teilmotorisiert (z. B. Zusatzantrieb)?
  • Reiner manueller Rollstuhl?

2. Für welche Strecken benötige ich Hilfe?

  • Eher drinnen? Eher draußen? Beides?
  • Nur Längere Stecken? Einkaufen, Arztbesuche, Spaziergänge?

3. Wie sieht das Wohnumfeld aus?

  • Gibt es genug Platz für Wendemanöver?
  • Gibt es Türschwellen, enge Flure oder Treppen?

4. Ist Transportierbarkeit wichtig?

  • Muss das Gerät faltbar oder leicht sein?
  • Wird häufiges Ein- und Ausladen nötig sein?
  • Welche Transportmöglichkeiten müssen bestehen (Auto, ÖPNV, Lift)?

5. Ist eine Liege- oder Entlastungsposition erforderlich?

  • Werden Sitzkantelung, Rückenverstellung oder gar eine echte Liegeposition benötigt?
  • Gibt es Probleme mit Kreislauf, Muskelschwäche oder orthostatischer Intoleranz?

6. Welche Hilfe steht durch Angehörige oder Assistenzpersonen zur Verfügung?

  • Kann jemand schieben oder beim An- und Abkoppeln helfen?
  • Muss das Hilfsmittel komplett selbstständig nutzbar sein?

7. Welche Features sind wichtig oder zwingend erforderlich?

8. Wie stabil oder schwankend ist der eigene Gesundheitszustand?

  • Ist das Hilfsmittel auch an schlechten Tagen nutzbar.

Mobilitätshilfen

Die Auswahl an Mobilitätslösungen ist groß. Von klassischen Rollstühlen über leichte oder anpassbare Modelle bis hin zu elektrischen oder teilunterstützten Systemen. Dieser Artikel bietet einen strukturierten Überblick über die verschiedenen Mobilitätsoptionen, ihre Einsatzbereiche und Besonderheiten sowie Hinweise zur Eignung bei ME/CFS.

Die dargestellten Produkte stellen keine Empfehlung da. Es sind Produkte, von denen ME/CFS-Betroffene berichtet haben.

1. Manuelle Hilfsmittel (ohne motorische Unterstützung)

Klassischer Rollstuhl

Ein klassischer Innenrollstuhl ist ein passives Hilfsmittel für kurze Wege innerhalb der Wohnung. Er erleichtert Transfers und Bewegung in Innenräumen, wenn eigene Kraft kaum vorhanden ist. Eine Liegeposition ist üblicherweise nicht vorgesehen. Das Gewicht liegt meist zwischen 20 und 30 kg.

Eignung für ME/CFS: ★★★☆☆

Leichtgewichtsrollstuhl

Ein Leichtgewichtsrollstuhl ist eine verbesserte Form des Standardrollstuhls und deutlich einfacher zu manövrieren. Er kann sowohl passiv als auch mit begrenzter eigener Kraft genutzt werden. Durch sein geringeres Gewicht lässt er sich leichter schieben und transportieren, was ihn im Alltag vielseitiger macht. Er eignet sich für Innen- und kürzere Außenwege, vorausgesetzt die Umgebung ist barrierearm. Eine Liegeposition ist in der Regel nicht vorhanden. Das Gewicht liegt typischerweise zwischen 13 und 16 kg.

Eignung für ME/CFS: ★★★★☆

Adaptiv-/Aktivrollstuhl (manuell)

Diese leichten und wendigen Rollstühle erlauben aktives Fahren durch eigene Muskelkraft. Sie erfordern allerdings ausreichende Arm- und Rumpfkraft. Einsatz ist drinnen und draußen möglich, sofern die Umgebung barrierearm ist. Liegepositionen sind nicht vorgesehen. Das Gewicht liegt gewöhnlich zwischen 10 und 18 kg.

Eignung für ME/CFS: ★★★☆☆

2. Teilmotorisierte Hilfsmittel (manuell + Antrieb)

Adaptiv-/Aktivrollstuhl mit Zusatzantrieb

Zusatzmotoren ermöglichen Dauerfahrmodus oder Restkraftverstärkung und entlasten erheblich. Der Rollstuhl bleibt weiterhin leicht, flexibel und innen gut nutzbar. Das Zusatzgewicht liegt bei etwa 4 bis 15 kg.

Eignung für ME/CFS: ★★★★★

Beispiele:

Zuggeräte für Leichtgewichts-/Aktivrollstühle

Zuggeräte verwandeln den Rollstuhl in ein kleines E-Trike (Dreirad) und erleichtern längere Außenwege, Steigungen und unebene Untergründe. Sie sind vor allem für den Outdoor-Einsatz geeignet und wiegen meist zwischen 10 und 20 kg.

Eignung für ME/CFS: ★★★★☆

Beispiele:

3. Vollmotorisierte Hilfsmittel

Elektrischer Rollstuhl (einfach, kompakt, teilweise faltbar)

Diese kompakteren Modelle bieten vollmotorisierte Fortbewegung, sind aber leichter und oft transportfähig (z. B. in den Kofferraum). Sie eignen sich gut für Innen- und Außennutzung. Eine Liegeposition ist selten vorhanden. Das Gewicht beträgt in der Regel 20 bis 35 kg.

Eignung für ME/CFS: ★★★★☆

Beispiele:

Elektrischer Rollstuhl (umfassend ausgestattet)

Diese voll ausgestatteten Modelle verfügen über Sitzkantelung, Rückenwinkelverstellung und oftmals echte Liegeposition. Sie bieten maximale Stabilität und Entlastung, benötigen aber viel Platz und wiegen zwischen 90 und 180 kg.

Eignung für ME/CFS: ★★★★★

Beispiele:

Elektromobil

Ein Elektromobil ist ein motorisiertes Fahrzeug für längere Wege draußen. Es ermöglicht selbstständige Fortbewegung, ist jedoch für Innenräume oft ungeeignet und relativ schwer (40–120 kg). Liegepositionen sind nicht vorhanden. In vielen Städten ist die Mitnahme von Elektromobilen im ÖPNV untersagt.

Eignung für ME/CFS: ★★★☆☆

Weitere Hilfsmittel

Elektro-Zusatzantriebe für Rollstühle

Zusatzantriebe ermöglichen selbstständiges Fahren oder Restkraftverstärkung für vorhandene manuelle Rollstühle. Sie erhöhen das Gewicht nur gering (4–15 kg) und eignen sich sowohl für Innen- als auch Außenbereiche.

Eignung für ME/CFS: ★★★★★


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