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Blutspenden bei ME/CFS
Menschen mit ME/CFS dürfen in Deutschland kein Blut spenden. Das sagt das Paul-Ehrlich-Institut (PEI). Der Grund ist die Hämotherapie-Richtlinie der Bundesärztekammer. Diese Regel sagt, dass schwere oder chronische Krankheiten ein Ausschlussgrund sind. Blutspenden könnte die Spenderin oder den Spender oder die empfangende Person gefährden. Das PEI sagt, dass ME/CFS unter dieses Kriterium fällt, auch wenn die Krankheit nicht direkt genannt wird. Das Blutspende-Team entscheidet, ob man spenden darf.
Rechtliche und medizinische Grundlage in Deutschland
Die Anforderungen für Menschen, die Blut spenden wollen, stehen in der Richtlinie zur Gewinnung von Blut und Blutbestandteilen und zur Anwendung von Blutprodukten. Diese Richtlinie wird von der Bundesärztekammer zusammen mit dem Paul-Ehrlich-Institut erstellt. Sie erklärt, wann Menschen nicht spenden dürfen.
In Kapitel 2.2.4.3.1 steht, dass Personen dauerhaft nicht spenden dürfen, wenn sie eine schwere akute oder chronische Krankheit haben. Dazu gehören Krankheiten des Magen-Darm-Trakts, der Harnorgane, des Blutes, des Immunsystems, des Stoffwechsels, der Nieren oder der Atemwege. Die Blutspende könnte gefährlich für die Spenderin oder den Spender oder die empfangende Person sein.
ME/CFS wird in diesem Teil nicht namentlich genannt. Das Paul-Ehrlich-Institut hat aber gesagt, dass ME/CFS zu diesem Ausschlussgrund gehört.
Gilt dies auch für Plasma- und Thrombozytenspenden?
Die Hämotherapie-Richtlinie regelt nicht nur die Blutspende, sondern auch die Spende von Blutbestandteilen wie Plasma und Thrombozyten. Die Regeln zur Auswahl von Spendern gelten für alle Arten von Spenden. Auch bei Plasma- oder Thrombozytenspenden muss ME/CFS angegeben werden, und ein Arzt muss die Spendetauglichkeit prüfen.
Eine Plasmaspende ist nicht automatisch eine sichere Alternative. Bei einer Apherese wird das Blut außerhalb des Körpers getrennt und teilweise zurückgegeben. Dieses Verfahren dauert länger und hat auch eigene Risiken.
Häufige Fragen
Kann ich mit leichtem ME/CFS Blut spenden?
Das Paul-Ehrlich-Institut zählt ME/CFS zu den schweren Krankheiten, bei denen eine Blutspende gefährlich sein kann. Eine vermeintlich stabile Phase bedeutet nicht, dass man spenden darf. Das ärztliche Personal des Blutspendedienstes entscheidet nach vollständiger Angabe der Erkrankung.
Darf ich Blut spenden, wenn meine ME/CFS-Symptome derzeit kaum ausgeprägt sind?
Eine vorübergehende Besserung bedeutet nicht, dass die Krankheit vorbei ist. Da das PEI ME/CFS als Ausschlussgrund zählt, sollte die Diagnose auch bei wenigen Symptomen angegeben werden. Klären Sie das vorher mit dem Spendedienst ab.
Ist ME/CFS über Blut übertragbar?
Der Ausschluss bedeutet nicht, dass ME/CFS durch Blut übertragbar ist. Das Kriterium bezieht sich auf mögliche Risiken für alle Beteiligten. Das PEI nennt keinen speziellen Mechanismus für ME/CFS.
Muss ich ME/CFS beim Blutspendedienst angeben?
Ja. Man muss alle Erkrankungen, Beschwerden, Medikamente und andere wichtige Informationen vollständig und ehrlich angeben. Nur so kann das medizinische Personal die Spendetauglichkeit beurteilen.
Kann ich statt Vollblut Plasma spenden?
Das ist nicht ohne Zustimmung möglich. Die Kriterien zur Auswahl gelten auch für die Spende von Blutbestandteilen. Auch Plasma- oder Thrombozytenspenden sind nicht automatisch sicher und können belastend sein.
Quellen
- Schriftliche Auskunft des Paul-Ehrlich-Instituts zur Einordnung von ME/CFS unter Kapitel 2.2.4.3 der Hämotherapie-Richtlinie