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 ====== Mythos: Diagnosen sind alles ====== ====== Mythos: Diagnosen sind alles ======
  
-Viele denken, dass die Anzahl oder Schwere von medizinischen Diagnosen bestimmt, wie hoch der Grad der Behinderung (GdB) ist. +Wenn es darum geht, den Grad der Behinderung (GdB) festzustellen, denken viele Menschen, dass nur die Anzahl oder Schwere der medizinischen Diagnosen wichtig ist. 
  
-Das ist aber nicht richtig. Der GdB wird auf der Grundlage der funktionellen Einschränkungen bewertet.  +Das ist nicht richtig. Die rechtliche Grundlage für die Bewertung des GdB sind die konkreten Einschränkungen, die durch die Erkrankungen entstehen. Es kommt darauf an, wie stark die körperlichen, geistigen oder psychischen Funktionen dauerhaft beeinträchtigt sind. Außerdem ist wichtig, wie sich das auf die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben auswirkt.
-Das bedeutet, es ist wichtig, wie stark die körperlichen, geistigen oder psychischen Fähigkeiten wirklich eingeschränkt sind.  +
-Außerdem zählt, wie diese Einschränkungen das Leben in der Gesellschaft beeinflussen.+
  
-Zwei Personen mit der gleichen Diagnose können also einen ganz anderen GdB haben. Das hängt davon ab, wie stark die Einschränkungen bei ihnen sind.+Zwei Menschen können die gleiche Diagnose haben, aber einen sehr unterschiedlichen GdB bekommen. Das hängt davon ab, wie die Einschränkungen bei jedem einzelnen ausgeprägt sind.
  
 ===== Die Rolle der versorgungsmedizinischen Grundsätze ===== ===== Die Rolle der versorgungsmedizinischen Grundsätze =====
  
-Ein häufiges Gegenargument ist, dass es in der Versorgungsmedizin-Verordnung eine Liste von Krankheiten gibt.  +Manchmal sagen Menschen, dass die versorgungsmedizinischen Grundsätze in der [[law:versmedv|Versorgungsmedizin-Verordnung]] eine Liste von Krankheiten haben. Sie glauben, dass dies zeigt, dass Diagnosen wichtig sind für die Bewertung.
-Manche glauben, dass diese Liste zeigt, dass die Diagnosen wichtig sind. +
  
-Das stimmt aber nicht. Die Liste ist da, um typische Beeinträchtigungen zu zeigen.  +Das stimmt nicht. Die Krankheiten in der Verordnung sind nicht das Wichtigste. Sie dienen dazu, typische Beeinträchtigungen zu zeigen. Der GdB wird dann aus diesen typischen Beeinträchtigungen abgeleitet.
-Aus diesen typischen Beeinträchtigungen ergibt sich dann der GdB-Rahmen. +
  
-Die Bewertung passiert nicht nur anhand der Diagnose, sondern vor allem aufgrund der Schwere der Einschränkungen.+Die Bewertung erfolgt nicht nur nach dem Namen der Krankheit, sondern nach den typischen Auswirkungen dieser Krankheit auf die Funktionen.
  
 ===== Bedeutung für Antrag und Verfahren ===== ===== Bedeutung für Antrag und Verfahren =====
  
-Für die Antragstellung, den Widerspruch und die Klage ist es wichtig, dass die Liste der Diagnosen nicht das Wichtigste ist. Es zählt, wie die täglichen Einschränkungen aussehen und wie lange sie dauern. In ärztlichen Berichten sollten Informationen über die Diagnose, aber auch die konkreten Einschränkungen und deren Auswirkungen auf das Leben in der Gesellschaft enthalten sein.+Für den Antrag, den Widerspruch und die Klage bedeutet das, dass man nicht nur eine lange Liste von Diagnosen einfügen sollte. Wichtig ist, dass man die täglichen Einschränkungen und wie lange sie bestehen klar beschreibt. In ärztlichen Stellungnahmen sollten neben der Diagnose auch die konkreten Funktionseinschränkungen und die Auswirkungen auf die Teilhabe an der Gesellschaft beschrieben werden.
  
-Die Seite [[a-z:gdb-antrag|Antragsstellung]] hilft bei der Erstellung von wichtigen Dokumenten.+Die Seite [[a-z:gdb-antrag|Antragsstellung]] hilft bei der Erstellung von passenden Dokumenten.