me:diagnosekriterien:icc
ICC
Inoffizielle Übersetzung des Fragebogens der Internationalen Konsenskriterien.
Bei Unklaren siehe Paper + engl. Fragebogen
Dieser Fragebögen ist in dem Tool Gesundheitssteckbrief integriert.
| 0. Aktivitätsniveau | |
|---|---|
| ☐ | Nach der Erkrankung, Verringerung des Aktivitätsniveaus um mindestens 50 % |
| A. Post-Exertionale Neuroimmun-Erschöpfung | |
| Dieses Hauptmerkmal ist eine pathologische Unfähigkeit, bei Bedarf ausreichend Energie zu produzieren, mit ausgeprägten Symptomen vor allem in den neuroimmunen Bereichen. | |
| ☐ | Ausgeprägte, schnelle körperliche und/oder kognitive Ermüdbarkeit als Reaktion auf Anstrengung, die minimal sein kann, wie z. B. Aktivitäten des täglichen Lebens oder einfache geistige Aufgaben, kann zu einer Schwächung führen und einen Rückfall verursachen. |
| ☐ | Verschlimmerung der Symptome nach Anstrengung: z. B. akute grippeähnliche Symptome, Schmerzen und Verschlimmerung anderer Symptome. |
| ☐ | Die Erschöpfung nach Anstrengung kann unmittelbar nach der Aktivität oder mit einer Verzögerung von Stunden oder Tagen auftreten. |
| ☐ | Die Erholungsphase ist verlängert und dauert in der Regel 24 Stunden oder länger. Ein Rückfall kann Tage, Wochen oder länger andauern. |
| ☐ | Eine niedrige Schwelle der körperlichen und geistigen Ermüdbarkeit (mangelnde Ausdauer) führt zu einer erheblichen Verringerung des Aktivitätsniveaus vor der Erkrankung. |
| B. Neurologische Beeinträchtigungen | |
| B1. Neurokognitive Beeinträchtigungen | |
| ☐ | Schwierigkeiten bei der Informationsverarbeitung: verlangsamtes Denken, Konzentrationsstörungen, z. B. Verwirrung, Desorientierung, kognitive Überlastung, Entscheidungsschwierigkeiten, verlangsamte Sprache, erworbene oder anstrengungsbedingte Legasthenie |
| ☐ | Verlust des Kurzzeitgedächtnisses: z. B. Schwierigkeiten, sich daran zu erinnern, was man sagen wollte, was man gesagt hat, Wörter abzurufen, Informationen abzurufen, schlechtes Arbeitsgedächtnis |
| B2. Schmerzen | |
| ☐ | Kopfschmerzen: z. B. chronische, generalisierte Kopfschmerzen, oft verbunden mit Schmerzen in den Augen, hinter den Augen oder im Hinterkopf, die mit Verspannungen der Halsmuskulatur einhergehen können; Migräne; Spannungskopfschmerzen |
| ☐ | Es können starke Schmerzen in Muskeln, Muskel-Sehnen-Übergängen, Gelenken, Bauch oder Brust auftreten. Diese Schmerzen sind nicht entzündlicher Natur und wandern häufig. Beispiele: generalisierte Hyperalgesie, weit verbreitete Schmerzen (können Fibromyalgie-Kriterien erfüllen), myofasziale oder ausstrahlende Schmerzen |
| B3. Schlafstörungen | |
| ☐ | Gestörte Schlafmuster: z. B. Schlaflosigkeit, verlängerter Schlaf einschließlich Nickerchen, Schlafen während des größten Teils des Tages und Wachsein während des größten Teils der Nacht, häufiges Aufwachen, Aufwachen viel früher als vor Ausbruch der Erkrankung, lebhafte Träume/Alpträume |
| ☐ | Unerholsamer Schlaf: z. B. Erwachen mit Erschöpfungsgefühl unabhängig von der Schlafdauer, Tagesmüdigkeit |
| B4. Neurosensorische, wahrnehmungsbezogene und motorische Störungen | |
| ☐ | Neurosensorisch und wahrnehmungsbezogen: z. B. Unfähigkeit, das Sehen zu fokussieren, Empfindlichkeit gegenüber Licht, Lärm, Vibrationen, Gerüchen, Geschmack und Berührungen; beeinträchtigte Tiefenwahrnehmung |
| ☐ | Motorisch: z. B. Muskelschwäche, Zuckungen, Koordinationsstörungen, Unsicherheit beim Gehen, Ataxie |
| C. Immun-, gastrointestinale und urogenitale Beeinträchtigungen | |
| C1 Grippeähnliche Symptome (rezidivierend oder chronisch, oft belastungsinduziert) | |
| ☐ | z.B. Halsschmerzen, Sinusitis, zervikale und/oder axilläre Lymphknoten können sich vergrößern oder bei Palpation empfindlich sein. |
| C2 Infektanfälligkeit mit verlängerter Erholung | |
| ☐ | Anfälligkeit für Virusinfektionen mit verlängerten Genesungszeiten |
| C3 Gastrointestinale Beschwerden | |
| ☐ | z. B. Übelkeit, Bauchschmerzen, Blähungen, Reizdarmsyndrom |
| C4 Urogenitale Symptome | |
| ☐ | z. B. Harndrang oder häufiges Wasserlassen, Nykturie |
| C5 Sensitivitäten | |
| ☐ | Überempfindlichkeit gegenüber Nahrung, Medikamenten, Gerüchen oder Chemikalien |
| D. Energieproduktion/-transport | |
| Die orthostatische Intoleranz kann um einige Minuten verzögert auftreten. Patienten mit orthostatischer Intoleranz können Flecken an den Extremitäten, extreme Blässe oder das Raynaud-Syndrom aufweisen. In der chronischen Phase können sich die Mondnägel zurückbilden. | |
| D1. Kardiovaskulär | |
| ☐ | z. B. Unfähigkeit, eine aufrechte Position zu tolerieren – orthostatische Intoleranz, neural vermittelte Hypotonie, posturales orthostatisches Tachykardiesyndrom, Herzklopfen mit oder ohne Herzrhythmusstörungen, Benommenheit/Schwindel |
| D2. Respiratorisch | |
| ☐ | z. B. Luftnot, erschwerte Atmung, Ermüdung der Brustwandmuskulatur |
| D3. Thermoregulation | |
| ☐ | Verlust der thermostatischen Stabilität: z. B. unterdurchschnittliche Körpertemperatur, ausgeprägte tägliche Schwankungen; Schweißausbrüche, wiederkehrendes Fiebergefühl mit oder ohne leichtes Fieber, kalte Extremitäten |
| D4. Temperaturintoleranz | |
| ☐ | Unverträglichkeit gegenüber extremen Temperaturen |
Auswertung
Eine Kategorie aus B1-B4, C1-C5 und D1-D4 wird als erfüllt angesehen, wenn mindestens ein Symptom der jeweiligen Kategorie bei dem Patienten vorliegt.
Eine Myalgische Enzephalomyelitis liegt vor, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:
- Verringerung des Aktivitätsniveaus um mindestens 50 % (Sektion 0);
- alle Kriterien für PENE (Sektion A);
- drei oder mehr der 4 Kategorien B1 bis B4 sind erfüllt;
- drei oder mehr der 5 Kategorien C1 bis C5 sind erfüllt;
- eine der 4 Kategorien D1 bis D4 ist erfüllt;
Für eine atypische Myalgische Enzephalomyelitis gelten weniger strenge Bedingungen. Insgesamt können die notwendigen Kategorien in den Bereichen B, C und D um insgesamt 2 Kategorien reduziert werden. In seltenen Fällen können Schmerzen oder Schlafstörungen fehlen.
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