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Schwerbehinderung, Antragsstellung
In Gesprächen mit Fachleuten über Schwerbehinderung haben wir festgestellt, dass in Anträgen oft nicht genug Informationen zu den eigenen Einschränkungen enthalten sind.
Die Seite Aufbau Anlage Schwerbehinderung zeigt, welche Informationen ihr eurem Antrag beifügen könnt.
Die folgenden Dokumente helfen euch, eure Einschränkungen darzustellen.
Anlage
Dieses Dokument beschreibt eure Einschränkungen und wird zusammen mit dem Antrag geschickt.
Ihr könnt euch einen Entwurf von einem KI-System erstellen lassen und ihn dann anpassen.
Vorlage Arzt
Dieses Dokument hilft dem Arzt, eure Einschränkungen zu beschreiben. Die Behörden fragen den Arzt an, um den Gesundheitszustand zu schildern. Es gibt ein Formular, das ähnlich aussieht wie dieses.
Das Formular sorgt nicht automatisch dafür, dass euer Arzt einen guten Bericht schreibt. Was in einem guten Bericht stehen sollte, erklärt der SOVD auf Mit dem richtigen Befundbericht zum Schwerbehindertenausweis. Ärzte können oft Diagnosen und medizinische Befunde gut beschreiben, aber sie sehen manchmal nicht, wie sich die Erkrankung auf den Alltag auswirkt, wie zum Beispiel auf Arbeit, Mobilität oder soziale Kontakte.
Übergebt dieses Dokument eurem Arzt und bittet ihn, es bei seiner Stellungnahme zu berücksichtigen.
Ihr könnt auch hier einen Entwurf von einem KI-System erstellen lassen und diesen anpassen.
Der Sozialrat Deutschland bietet mit Soraki eine ähnliche Lösung an, die aber nicht speziell für ME/CFS ist.
Hier ein Beispiel, wie die Anlage zum Antrag aussehen kann.
Die Webseite Anlage zeigt, wie man mit KI einen ersten Entwurf dieses Dokuments erstellen kann.
Aufbau
Einleitung
Da der Platz im offiziellen Formular nicht ausreicht, werden hier die wichtigen gesundheitlichen Einschränkungen und ihre Auswirkungen auf das Leben beschrieben.
Das Krankheitsbild ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis / Chronisches Fatigue-Syndrom) ist trotz über 40 Jahren wissenschaftlicher Beschreibung vielen Gutachtern nicht gut bekannt. Deshalb werden hier die Einschränkungen nach der ICF-Systematik erklärt und ihre konkreten Auswirkungen im Alltag beschrieben.
Der Text kann nicht auf die Denkfähigkeiten schließen – er wurde in wochenlanger Arbeit mit Hilfe einer vertrauten Person erstellt.
Anhänge
Hier listet ihr alle Dokumente auf, die ihr mit dem Antrag beifügt. Diese Dokumente solltet ihr durchnummerieren. Die Gesundheitsstörung sollte zu den Angaben im Antrag passen. Es sollten keine Krankheiten auftauchen, die ihr im Antrag nicht genannt habt.
Hilfreich ist eine Stellungnahme von eurem Arzt.
| Nr. | Arzt | Beschreibung | Gesundheitsstörung |
|---|---|---|---|
| 1 | Dr. XYZ | Diagnose | ME/CFS |
| 2 | Dr. Abc | Stellungnahme | ME/CFS, Pots |
| X | Was ist ME/CFS? | - |
Selbsteinschätzung – Einschränkungen an der Teilhabe
Beim GdB zählt nicht nur die Diagnose, sondern wie sehr die Teilhabe am Leben beeinträchtigt ist.
Beispiel: Zwei Personen haben Arthrose. Die eine kann trotz Schmerzen weiterhin arbeiten und am sozialen Leben teilnehmen, während die andere wegen Bewegungsproblemen nur kurze Strecken laufen kann und soziale Kontakte meidet. Die zweite Person hat daher einen höheren GdB, weil ihre Teilhabe stärker eingeschränkt ist.
Bei der Selbsteinschätzung geht es darum, „Was fällt mir schwer und was kann ich nicht mehr tun?“
Um die Selbsteinschätzung gut darzustellen, empfehle ich, sich an der International Classification of Functioning (ICF) zu orientieren. So werden keine wichtigen Bereiche übersehen. Die Hauptbereiche sind: Auf Redadat ICF könnt ihr die Details für die Bereiche anzeigen lassen.
Eine Gliederung kann so aussehen und kann beliebig verfeinert werden.
Mehr Informationen gibt es auf der Seite Anlage.
- d1 – Lernen und Wissensanwendung
- d2 – Allgemeine Aufgaben und Anforderungen
- d3 – Kommunikation
- d4 – Mobilität
- d5 – Selbstversorgung
- d6 – Häusliches Leben
- d7 – Interpersonelle Interaktionen und Beziehungen
- d8 – Bedeutende Lebensbereiche (Arbeit und Beschäftigung)
- d9 – Gemeinschaftsleben, Freizeit, Erholung
Prognose
Nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft ist ME/CFS eine chronische, schwere Krankheit, für die keine Heilung in Sicht ist. Auch bei ME/CFS nach COVID-19 zeigen Studien eine hohe Wahrscheinlichkeit für chronische Beschwerden. Langfristig gibt es nur eine symptomorientierte Therapie; eine vollständige Heilung ist derzeit nicht möglich. Die Erkrankung bleibt und erfordert eine Anpassung der Energiestruktur (Pacing), um Verschlechterungen zu vermeiden.
Prognose: langfristig chronisch, mit stabil niedrigem Funktionsniveau.
Höhe des GdB
Dieser Abschnitt ist optional.
Falls ihr gut argumentieren könnt, könnt ihr auf der Seite Höhe des GDB einen GdB vorschlagen und begründen.
Merkzeichen
Wenn ihr Merkzeichen beantragt, solltet ihr hier eine Begründung für diese Merkzeichen schreiben.
Auf den folgenden Seiten sind die genauen Anforderungen und mögliche Argumente erklärt:
Darstellung von ME/CFS
Myalgische Enzephalomyelitis / Chronisches Fatigue-Syndrom (ME/CFS) ist eine Erkrankung, die durch Erschöpfung nach minimaler Belastung gekennzeichnet ist. Typische Symptome sind Müdigkeit, Probleme bei der Körperhaltung, Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen, Schmerzen in den Muskeln, Schlafstörungen und Probleme im vegetativen Nervensystem. Die Krankheit wurde von der WHO unter ICD-10 G93.3 anerkannt und ist seit 1969 bekannt. Aktuelle Leitlinien beschreiben sie als chronisch mit großen Einschränkungen in der Lebensqualität und Teilhabe.
Zusätzlich füge ich weiteres Informationsmaterial bei.
Für mehr Informationen verweise ich auf die Webseite der deutschen Gesellschaft für ME/CFS und auf ihren Praxisleitfaden:
Ich würde folgende Dokumente ausdrucken und beifügen: