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Merkzeichen H

Zusammenfassung

Das Merkzeichen H steht für „Hilflosigkeit“. Dies bedeutet, dass eine Person dauernd Hilfe, Überwachung oder Anleitung braucht, um im Alltag zurechtzukommen.

Beispiele sind:

  • An- und Auskleiden
  • Essen und Trinken
  • Körperpflege
  • Aufsuchen der Toilette

Der Hilfebedarf muss sehr groß sein. Es reicht nicht, wenn die Hilfe nur manchmal nötig ist.

Ein Pflegegrad von 4 oder 5 kann ein Hinweis auf das Merkzeichen H sein. Die beiden Dinge, Pflegegrad und Merkzeichen H, müssen jedoch getrennt geprüft werden.

Rechtlicher Rahmen

VersMed Teil A: 4. Hilflosigkeit

b) Hilflos sind Menschen, die wegen Gesundheitsproblemen – nach dem Neunten Buch Sozialgesetzbuch (SGB IX) und dem Einkommensteuergesetz – dauernd Hilfe brauchen. Die Hilfe ist nötig für viele Dinge, die man jeden Tag macht.

c) Dinge, die man jeden Tag machen muss und für die man Hilfe braucht, sind unter anderem An- und Auskleiden, Essen, Körperpflege und Toilette. Man braucht auch Hilfe bei Bewegung, geistiger Anregung und Kommunikation. Auch wenn jemand bei vielen Tätigkeiten keine direkte Hilfe braucht, kann Hilflosigkeit bestehen, wenn er ohne Überwachung nicht handelt. Ständige Bereitschaft zur Hilfe ist nötig, wenn oft und plötzlich Hilfe erforderlich ist.

d) Die notwendige Hilfe für die häufigen und regelmäßigen Tätigkeiten muss viel sein. Es reicht nicht, wenn Hilfe nur bei einzelnen Aufgaben gebraucht wird. Aufgaben, die nicht zur Pflege gehören, sind nicht relevant.

Zusammenhang zwischen Merkzeichen H und Pflegegrad

Die Bezirksregierung Münster, die für Anträge auf Schwerbehinderung in NRW zuständig ist, erklärt auf ihrer Webseite:

Bei Pflegegrad 1 und 2 sind die Kriterien für das Merkzeichen H in der Regel nicht erfüllt.

Bei Pflegegrad 3 ist eine sorgfältige Prüfung nötig, um zu sehen, ob Hilflosigkeit vorliegt. Eine Hilflosigkeit kann festgestellt werden, wenn in den Modulen 1 (Mobilität), 2 (Kommunikation), 4 (Selbstversorgung) und 6 (Gestaltung des Alltagslebens, geistige Anregung) hoher Hilfebedarf festgestellt wird.

Bei Pflegegrad 4 und 5 kann man meist annehmen, dass die Kriterien für das Merkzeichen H erfüllt sind. Es wird trotzdem immer Einzelprüfungen geben.

Argumentationshilfe bei ME/CFS

Bei ME/CFS ist wichtig, dass Hilflosigkeit nicht nur von sichtbaren körperlichen Einschränkungen kommt. Sie entsteht durch extreme Belastungsintoleranz, neurologische Probleme und wenig Regeneration. Betroffene können nur unter großer Anstrengung arbeiten und verschlechtern sich danach oft über mehrere Tage – sie brauchen dafür Hilfe.

Um das Merkzeichen H zu beantragen, sollte man klar sagen, dass:

  • die Grundverrichtungen meist nicht allein geschafft werden können,
  • ohne Hilfe gesundheitliche Gefahren bestehen,
  • und dass ständige Bereitschaft zur Hilfe nötig ist, weil sich der Zustand schnell ändern kann.

Medizinische Dokumente sollten genau beschreiben, wie oft und in welchem Umfang Hilfe nötig ist, welche Aufgaben ganz übernommen werden müssen und wie Überanstrengung wirkt.

Besonders bei schwerem ME/CFS kann der Hilfebedarf dem von stark eingeschränkten Personen entsprechen. Dies sollte gegenüber der Behörde klar gesagt und durch medizinische Atteste bestätigt werden. Wenn mehr Überwachung und Anleitung notwendig sind, sollte man dies auch darlegen.

Prompt

Ergänzt bitte diesen Prompt mit eurer Selbsteinschätzung.

Erstelle auf Basis der beigefügten Gesundheitsdaten eine Begründung, warum die Voraussetzungen für das Merkzeichen H erfüllt sind. Arbeite heraus, warum die Person die Voraussetzungen für Merkzeichen H erfüllt. Stelle für die einzelnen täglich wiederkehrenden Verrichtungen dar, welcher Umfang die dauerhafte fremde Hilfe umfasst und wann Überwachung und Anleitung nötig ist. Entscheidend ist, dass der Hilfebedarf dauerhaft besteht, auch wenn es tageszeitliche oder phasenweise Schwankungen gibt.

Falls ein Pflegegrad 4 oder 5 vorliegt, stelle dies heraus.

Beachte die ME/CFS spezifischen Besonderheiten. Die Hilflosigkeit lässt sich nicht allein durch sichtbare motorische Einschränkungen begründen, sondern durch die Kombination aus extremer Belastungsintoleranz, neurologischen Funktionsstörungen und fehlender Regenerationsfähigkeit. Betroffene können viele Tätigkeiten nur unter erheblicher Anstrengung und mit anschließender tagelanger Verschlechterung ausführen – faktisch also nicht ohne fremde Hilfe.